Taskforce: Die andere Sichtweise ist gefragt

NEUENRADE ▪ Für Unruhe hatte im Wirtschaftsförderungsausschuss die vom Bürgermeister Klaus Peter Sasse angeregte Gründung einer „Taskforce“ gesorgt. Die Initiatoren des Stadtmarketingvereins vermuten darin eine Gegenveranstaltung. Zumal auch dieselbe Personengruppe angesprochen sei.

Gestern erläuterte der Bürgermeister auf Nachfrage noch einmal den Hintergrund und wies den Vorwurf, dass es sich um eine Konkurrenzveranstaltung zum Stadtmarketing handeln solle, vehement zurück. Bei der Taskforce handele es sich um eine Überlegung, die er sozusagen spontan in der vergangenen Woche geäußert habe. Auslöser sei ein Arzt gewesen, der ihn angesprochen habe, um auf die Problematik der ärztlichen Versorgung zu sprechen zu kommen. Da sei ihm die Dringlichkeit des demographischen Wandels bewusst geworden. „Wie bekommen wir das grundsätzlich in den Griff, das sei hier die Aufgabenstellung, sagte Sasse. Was die Mitglieder dieser Taskforce anbelangt, die Sasse mit Projektgruppe übersetzt, so schwebt dem Bürgermeister dabei nicht unbedingt nur der Personenkreis vor, der sich im Dunstkreis der etablierten Politik bewegt. Sondern er hofft auch auf Akteure wie jener Arzt und jene, die eine andere nicht speziell in Neuenrade geprägte Sichtweise mitbringen. Oft sei doch auch der Blick von außerhalb hilfreich und könne neue Impulse geben. „Wer nicht in Neuenrade geboren ist, sieht manches mit anderen Augen“. Sasse kann sich jedenfalls viele Akteure vorstellen. „Wer das ist, das weiß ich nicht. Das ist offen“, sagte Sasse gestern. Und ließ gleichzeitig aber durchblicken, dass er gerne die Pastöre mit im Boot hätte, oder auch den Bürger aus einem Industrieunternehmen, der ihm sagen könne, wo der Schuh drückt. Wie dem auch sei: „Wer mitmachen will, der soll den Bürgermeister ansprechen“, sagte Sasse. „Da ist jeder herlich willkommen“. 20 Prozent Einwohnerverlust bis 2035 sei zwar im Vergleich zu anderen Städten in der Nachbarschaft gering, erfordere dennoch flottes Handeln. Es gelte da die Meinungen zu bündeln.

Sasse betonte noch einmal ausdrücklich, dass er der „felsenfesten Überzeugung“ sei, dass die langfristige/strukturelle Planung für die Stadtentwicklung dem Bürgermeister und dem Rat vorbehalten sei. Stadtmarketing müsse das begleiten und vernetzen. ▪ Peter von der Beck

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