Tanzen mit Parkinson-Erkrankten

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Claudia Kaluza.

Neuenrade  Zum Welt-Parkinson-Tag passt es, dass Claudia Kaluza ein sicher hilfreiches Konzept für die Parkinson-Therapie in Neuenrade auf die Beine stellt:  Tanzen für an Parkinson Erkrankte oder Menschen, die von anderen neurologischen Erkrankungen betroffen sind (Schlaganfall).

Stattfinden soll das im Neuenrader Philipp-Neri-Haus.

Parkinson zählt wohl nach Alzheimer zu den häufigsten langsam fortschreitenden Erkrankungen des Nervensystems. Neben den Hauptsymptomen, die sich in Bewegungseinschränkungen äußern, sei auch bei vielen Erkrankten die niedergedrückte Stimmung ein wichtiger Aspekt. So betont Claudia Kaluza: „Tanzen wirkt sich auf die motorischen Fähigkeiten ebenso positiv aus, wie auf die Lebensfreude und -qualität.“ Kaluza ist Leiterin des Malteser Parkinson Selbsthilfe-Gesprächskreises für an Parkinson Erkrankte, Angehörige und Freude. Sie will im Rahmen des Netzwerkes-Forums Parkinson, welches sich so langsam Schritt für Schritt entwickelt, im Philipp-Neri-Haus ein Gruppenkonzept – eben Tanzen für Parkinsonkranke – einführen.

Claudia Kaluza war auf das Konzept „Dance for Parkinson’s Disease“ gestoßen. Es sei eine Störung in den Basalganglien des Gehirns, die die Bewegungsprobleme von Parkinsonpatienten verursacht. Musik oder andere externe Schrittmacher, die den Rhythmus vorgeben, würden nun dem Gehirn von Menschen mit Parkinson sozusagen auf die Sprünge helfen: An Parkinson Erkrankte kommen in Bewegung und tanzen. „Das Tanzen als Therapieform schätze ich besonders, denn auch das Beobachten der anderen Tanzenden gibt den Erkrankten Impulse. Dabei werden bestimmte motorische Areale aktiviert. Den Patienten, die sonst kleinschrittig gehen, fällt es dadurch leichter, große Schritte und Bewegungen zu machen“, erläuterte Kaluza ihren besonderen ergotherapeutischen Ansatz.

In Anlehnung an das Training professioneller Tänzer sind auch die Tanzstunden dabei immer dreigeteilt: Warming up im Sitzen, danach im Stehen – je nach Möglichkeit. Denn wie immer schaut man nach dem, was die Erkrankten können und fördere sie nach ihren individuellen Möglichkeiten. So fühlt sich auch bei Gruppentherapien jeder integriert und berücksichtigt. Dank der Bewegungsstrategien kommt Leichtigkeit auf – und das bei Parkinsonkranken, die mit Fortschreiten ihrer Krankheit immer schwerfälliger werden. Das Zusammenleben mit Menschen, die Parkinson haben, sei meist durch einen extrem stark strukturierten Tagesablauf geprägt und alleine dadurch schon sehr anstrengend. Deshalb sollten Angehörigen mit in die Tanztherapie einbezogen werden, heißt es in der Mitteilung von Claudia Kaluza. Tanzen tut gut bei Parkinson und anderen schweren Erkrankungen. „Bei vielen geht Tanzen besser als Laufen“, heißt es von Menschen, die damit Erfahrungen haben.

Claudia Kaluza will nun zunächst das Interesse abfragen und betont, dass sich die Tanztherapie auch für Menschen mit anderen neurologischen Erkrankungen eignen.

Kontakt für Interessenten: Tel. 02 39 2 / 65 27 8 oder 01 76 / 56 85 44 87

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