13. Tafel-Musik in Neuenrade

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Die 13. Tafel-Musik der Musikschule Lennetal – ein voller Erfolg.

NEUENRADE - Die Zahl 13 setzen viele Menschen mit Pech, Unglück und Missgeschicken gleich. Manche Hochhäuser auf diesem Planeten haben deshalb kein 13. Stockwerk. Kein Grund für das Jugendsinfonieorchester der Musikschule Lennetal im Vorfeld der 13. Tafel-Musik nervös zu werden, waren sich ihre Dirigenten, der Musikschulleiter und wahrscheinlich auch die Musiker ihrer Talente und den eigenen Fähigkeiten bewusst.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie souverän das Nachwuchsorchester, das traditionell mit dem einen oder anderen erfahrenen Musiker bestückt ist, vor einer so eindrucksvollen Kulisse auftritt. Diese Souveränität hat das Musikschul-Ensemble unter der Leitung von Martin Theile und Andreas Regeling am Samstagabend im ausverkauften Kaisergarten ein Mal mehr unter Beweis gestellt.

Schwarze Anzüge, edle Abendgarderobe, so weit das Auge reichte. Die Kulisse im Kaisergarten musste sich hinter den großen Events namhafter Orchester nicht verstecken. Und die Musiker? Sie hatten sich ein ganz besonderes Thema für den Abend ausgesucht, ein Thema, das nicht nur die Herzen der Fans britischer Agenten-Helden höher schlagen ließ. Bond, James Bond – seine Filme, egal aus welcher Epoche, waren stets von erstklassiger Musik untermalt. James Bond trifft Robert Schumann hatten sich Theile und Co als Thema ausgesucht. Eine hervorragende Wahl, die von allen Beteiligten vollen Einsatz verlangte. Selbst Sebastian Hoffmann, dem die Moderation der komplexesten musikalischen Zusammenhänge selten Probleme bereitet, musste tief in die rhetorische Trickkiste greifen, um die beiden Persönlichkeiten in einen thematischen Zusammenhang zu bringen. Er stellte sich vor, wie der Agent des britischen Geheimdienstes MI6 sich in einer Düsseldorfer Szenekneipe spektakulär seiner Verfolger entledigt, während der in sich gekehrte Komponist Robert Schumann in einer Ecke des Schankraumes völlig unbeeindruckt über seinen Notenblättern grübelt und in der Welt der Musik gefangen scheint. Gemeinsamkeiten aufzuspüren sei schwierig gewesen, gab Hoffmann zu. Beide Persönlichkeiten seien unfähig zu dauerhaften Beziehungen gewesen. Das sei aber auch schon die einzige Parallele in den Leben der Protagonisten, meinte der Moderator. Für das Gelingen des Abends war die Beziehung zwischen Bond und Schumann ohnehin zweitrangig. Für das Ensemble der Musikschule Lennetal galt es, Geld einzusammeln und dem Publikum einen schönen Abend zu bescheren. Engelbert Groke vom Kaisergarten beglückte das Auditorium wieder mit einem Fünf-Gänge-Menue und trug seinen Teil zum Erfolg des Abends bei.

In bester Bond-Manier stieg Groke mit einem Wodka-Martini, geschüttelt, nicht gerührt, in den Abend ein, während Theile seine Musiker durch ein abwechslungsreiches Bond-Medley dirigierte.

Reichlich Applaus bekam nicht nur das Orchester spendiert, der Besuch mancher Gäste wurde ebenfalls honoriert. Schließlich fand zeitgleich der Fußball-Bundesliga-Gipfel zwischen den Dortmunder Borussen und den Bayern statt. Bürgermeister Klaus Peter Sasse fand es bezeichnend, dass Kartenbesitzer der Tafelmusik den Vorzug gaben. Das würde den Stellenwert des Konzerts unterstreichen.

Martin Theile war die Freude über das Gelingen anzumerken. Er lobte das Orchester, hob die beiden Solisten hervor. Sowohl Michaela Lieder (Violinie) als auch Jessika Rehner (Gesang) verdienten sich für ihre Leistungen Spitzennoten vom Musikschulleiter. Dass der Förderverein der Musikschule die Veranstaltung nutzte, um dem Orchester einen neuen Kontrabass zu überreichen, rundete den mehr als gelungenen Abend aus Sicht der Musikschule ab.

Von Markus Jentzsch

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