Nager kommen immer wieder

Neuenraderin hat viel Ärger mit Ratten

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Ratten sind Allesfresser und verlustieren sich mit Vorliebe auch an Lebensmittelresten.

Neuenrade - Susanne Lüling wohnt eigentlich in einer sehr ordentlichen Wohngegend. Ihr Problem: Ratten. Trotz großen Aufwands ist die Neuenraderin die Nager bislang nicht los geworden.

Susanne Lülings Grundstück ist gepflegt, mit einem Blick auf den Neuenrader Süden. In der Regel gibt es dort ordentlich hergerichtete Gärten. Über die Lage kann sich also kaum einer beschweren. 

Gleichwohl hat Susanne Lüling ein Problem mit Ratten. Sie ist davon überzeugt, dass falscher Umgang mit Kompostanlagen und die unsachgemäße Entsorgung von Lebensmittelresten zu dem Problem beitragen.

Susanne Lüling fiel zunächst ein unangenehmer Geruch im Keller auf. Die Ursache: Dort hatten sich Ratten eingenistet und deren Hinterlassenschaften verbreiteten den Ordeur. Die Recherche ergab, dass die Tiere von außen durch ein Schlupfloch der Dreifachdämmung in den Wohnbereich eingedrungen waren. 

Die Ratten tauchen immer wieder auf

„Wir haben dann für 3000 Euro alles abdichten lassen“. Doch das nützte auch nichts – wieder tauchten Ratten auf, fanden eine kleine Ecke in der Außendämmung. Lüling holte sich jedenfalls professionelle Hilfe, engagierte einen Schädlingsbekämpfer und recherchierte nach den Ursachen. Auch bei den Stadtwerken erkundigte sie sich.

In der Tat spielen Kompostanlagen und der Umgang mit der Entsorgung von Lebensmitteln bei der Verbreitung von Ratten durchaus eine Rolle. Dass Ratten im Zusammenhang mit Kompostierung unter Umständen gehäuft auftreten, geht schon aus der Satzung hervor. 

Ungeziefer nie ganz auszuschließen

So sind „alle auf dem Grundstück anfallenden kompostierenden Stoffe – bei Vollkompostierung ordnungsgemäß und schadlos (...) auf diesem Grundstück so zu behandeln, dass eine Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit, insbesondere durch Gerüche oder Siedlungsungeziefer (zum Beispiel Ratten) nicht entsteht (Eigenverwertung).“

Susanne Lüling hat einen Schädlingsbekämpfer engagiert, der mit Köderfallen die Nager bekämpft.

Gerhard Schumacher, kaufmännischer Vorstand bei den Stadtwerken, betonte, dass man Ungeziefer quasi nicht ganz ausschließen könne. Er habe bei seiner Kompostierungsanlage vorgesorgt und habe sie mit einem Drahtkäfig eingekleidet. „Da müssten die Ratten schon sehr hoch springen, um den zu überwinden“.

Komposthaufen, würden schon Ratten anziehen. Erst recht, wenn außer Grünzeug auch noch Essensreste weggeschmissen würden. Deshalb biete man auch die Möglichkeit der Teilkompostierung an, sagte Schumacher. Bioabfälle könnten in einer Extra-Tonne untergebracht werden. 

Regelmäßig kommt ein Schädlingsbekämpfer

Ratten seien auch immer mal wieder Thema auch bei den Stadtwerken, bestätigte Schumacher. So werde regelmäßig ein externer Dienstleister – sprich Schädlingsbekämpfer – damit beauftragt, die Ratten in der Kanalisation zu bekämpfen. Das geschieht in der Regel mit Giftködern.

Doch Susanne Lüling ist nach Gesprächen mit Experten überzeugt, dass auch das Entsorgen von Lebensmittelresten über die Toilette die Ausbreitung von Ratten begünstige. Die ließen Giftköder links liegen, wenn sie stattdessen auf frisch verklappte Erbsensuppenreste zurückgreifen könnten.

Hauptursache sind entsorgte Essensreste

Christiane Klewer, leitende Angestellte beim Schädlingsbekämpfer Zydek in Nachrodt-Wiblingwerde, bestätigt, dass die Entsorgung von Essenresten über die Toilette Hauptursache für das Anlocken von Ratten seien. 

Doch auch Futter fürs Vogelhäuschen, die Entsorgung von Brotkrümeln nach dem Frühstück vom Balkon und eben generell Komposthaufen (die sind warm und voller Essen) würden „alle plüschigen Ungeheuer“ anlocken. Vermeidung derartig unbeabsichtigter Fütterung sei das Gebot der Stunde.

Von Peter von der Beck

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