Suche nach dem genetischen Zwilling

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Hans-Joachim Schindler ist für die Stefan-Morsch-Stiftung tätig und informierte über die Stammzellenspende.

Neuenrade - Die Suche nach dem genetischen Zwilling kann Leben retten. Dann nämlich, wenn ein an Leukämie (Blutkrebs) erkrankter Patient dringend Stammzellen benötigt. In den Dienst der Sache stellen sich etliche Organisationen, kleine und größere – bis hinunter zu den Ortsvereinen des DRK. In Kooperation mit der StefanMorsch-Stiftung aus Birkenfeld rief der Neuenrader Ortsverein am Montag im Rahmen des regelmäßigen Blutspendetermins zur allgemeinen Typisierung auf.

Neuenrade - Die kann Leben retten. Dann nämlich, wenn ein an Leukämie (Blutkrebs) erkrankter Patient dringend Stammzellen benötigt. In den Dienst der Sache stellen sich etliche Organisationen, kleine und größere – bis hinunter zu den Ortsvereinen des DRK. In Kooperation mit der StefanMorsch-Stiftung aus Birkenfeld rief der Neuenrader Ortsverein am Montag im Rahmen des regelmäßigen Blutspendetermins zur allgemeinen Typisierung auf.

„Bis jetzt sind es ein Dutzend“, zog Hans-Joachim Schindler zwei Stunden vor Ablauf des Termins eine Zwischenbilanz.

Schindler war im Namen der Stefan-Morsch-Stiftung in der DRK-Begegnungsstätte anwesend und klärte unter anderem über das Prozedere auf. Es habe früher schon mal eine Kooperation zwischen der Stiftung und dem DRK gegeben. „Von 1999 bis 2005“, erinnerte er sich. Aus irgendwelchen Gründen sei die Zusammenarbeit dann eingeschlafen.

Ende 2013 frischten die Partner die Kooperation wieder auf und seitdem kann das DRK Wunschtermine an die Stiftung melden, die dann – abhängig von den Kapazitäten und der logistischen Machbarkeit – Zeiten und Orte festsetzt.

Auf die Frage, warum „nur“ ein Dutzend Blutspender ihr Einverständnis erklärt hätten, hielt Schindler eine relativ simple Antwort parat. Allein in den Archiven der Stefan-Morsch-Stiftung sind bereits rund 400 000 potenzielle Stammzellenspender gelistet. Sie wurde 1984 gegründet und ist damit die älteste Kartei in Deutschland, erklärte der Fachmann. Noch bekannter ist die DKMS, die 1,7 Millionen Spendenwillige erfasst hat.

Die Zahl derer, die sich noch nicht typisieren ließen, hält sich also in Grenzen. Zudem sei der klassische Blutspender 42 Jahre und älter. Für die Typisierung kämen aber nur Kandidaten im Alter zwischen 18 und 40 Jahren in Frage. Somit erkläre sich auch die relativ geringe Typisierungsquote. Aber: Jede einzelne Typisierung zählt, wenn ein kranker Mensch seinen „Zwilling“ sucht.

Für die Typisierung im Rahmen der Blutspende ist kein Mehraufwand erforderlich. „Wir zapfen lediglich fünf Milliliter Blut in ein Extra-Röhrchen ab – wenn wir die Einverständniserklärung des Blutspenders haben“, erklärte Schindler und fügte hinzu, dass es lediglich acht unterschiedliche Blutgruppen gibt, aber Millionen von Stammzellen-Gewebe-Merkmalen. Die Suche nach einem passenden Stammzellenspender ist also erheblich aufwändiger als die Suche nach einem übereinstimmenden Blutspender.

Allein in Deutschland erkranken pro Jahr 11 000 Menschen an Leukämie, dem Blutkrebs.

Von Markus Jentzsch

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