Suche nach Azubis: Werbe-Block für eine Branche

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An diesem Terminal konnten die jungen Leute lernen, eine Maschine zu programmieren. Für manchen sicher ein Aha-Erlebnis, es ist aber alles keine Hexenwerk.

Neuenrade – Der Aufwand ist gigantisch: Ein gewaltiger Truck steht dekorativ auf dem Schulhof der Hönnequell-Schule. Er ist bestens ausgestattet mit Bildschirmen, kleinen Arbeitstationen mit modernem Werkzeug, sogar einen eigenen Seminarraum gibt es im „Obergeschoss“.

Hinzu kommen drei Angestellte, die rhetorisch bewandert von Berufen der Metall- und Elektroindustrie schwärmen. Die Sprache ist modern und jugendgerecht. Der Arbeitgeberverband lässt sich die Werbung für den Nachwuchs der Branche etwas kosten. Es gab andere Zeiten, in denen Jugendliche Dutzende von Bewerbungen schreiben mussten, um eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Das ist lange vorbei, der Markt hat sich gedreht, Arbeitgeber müssen sich schon seit geraumer Zeit bemühen, um Auszubildende zu bekommen. 

In Phase der Berufsfindung

Die Jugendlichen der Hönnequell-Schule, welche sich den Truck und seinen informativen Inhalt anschauen, schienen interessiert, hörten aufmerksam zu. Lehrerin Dilara Kaya und Lehrer Alex Geibel sind zufrieden. Kaya: „Die haben sich schon während der ganzen Woche auf den Truck gefreut.“ Sie ist begeistert von dem Konzept mit dem Truck und findet es schade, dass es so etwas nicht zu ihrer Zeit als Jugendliche gab. Eine Befragung unter den jungen Leuten ergibt, dass viele noch in der Findungsphase sind und nicht genau wissen, welche Richtung sie einschlagen wollen. „Etwas mit Kindern“ ist zum Beispiel zu hören. Andere haben sich festgelegt: So wird Pferdewirtin oder Lehrerin genannt. Es gibt jedoch auch Jugendliche, die sich für eine Ausbildung im Bereich der Metall- und Elektroindustrie interessieren. Timo Fuderholz kann sich das vorstellen. Und Joel Neuhaus ist ziemlich sicher, dass er in diese Richtung gehen wird. 

3172 Euro nach der Lehre

Die Mitarbeiter des Arbeitgeberverbandes verstehen es, die Jugendlichen für die Dinge zu interessieren. Zwei Mädchen und ein Junge werden an ein Terminal gelotst und können dort „mal eben“ eine Fräse programmieren. Andere Schüler können sich einfach informieren, ohne weiter angesprochen zu werden. Der Werbeblock der Verbandsmitarbeiter beschränkte sich nicht aber nur auf Informationen zu den Lehrberufen und wo es vertiefende Informationen gibt, die Mitarbeiter zeigten auch auf, dass man nach dem Maßstäben des Verbandes als Facharbeiter gut verdient. Als Vergleich dazu hatten sie die Verdienste im Friseurhandwerk und im Einzelhandel herangezogen. Verdienstmäßig sehe es da bei der Industrie sehr viel besser aus. Auch der Vergleich Industriekaufmann zu Zerspanungsmechaniker wurde bemüht. Mit jeweils 3172 Euro brutto (erstes Berufsjahr) seien die Verdienste gleich. Auf Weiterbildungsmöglichkeiten wurde hingewiesen und dass Akademiker nicht unbedingt mehr verdienen würden, sondern aufs Berufsleben hochgerechnet ungefähr gleich. „Doch Geld ist nicht alles“, sagte einer der Angestellten.

Schniewindt hofft auf Praktikanten

 Infos gab es auch zur Homepage, die den Weg zur Lehrstelle weist und Zwei-Minuten-Videos zu den jeweiligen Jobs enthält. Kritik von den Mitarbeitern gab es auch: Am Rande erzählte einer, dass es zu viele Berufsbilder gebe, was den Jugendlichen die Wahl erschwere. Mindestens ein Mitarbeiter der Schniewindt GmbH & Co. KG war vor Ort. Ausbildungsleiter André Schlotmann verwies auf Ausbildungsstellen im kommenden Jahr und sagte: „Ich hoffe, dass ich den einen oder anderen als Praktikanten bei uns wiedersehe.“

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