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Sturmschäden: Wälder um Affeln stärker betroffen

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Von: Carla Witt

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In den Wäldern rund um Affeln sind nicht nur Fichten, sondern auch Eichen durch den Sturm entwurzelt worden. Kämmerer Gerhard Schumacher berichtet von zwei größeren Schadensereignissen am Süllberg (Foto) und am Imberg.
In den Wäldern rund um Affeln sind nicht nur Fichten, sondern auch Eichen durch den Sturm entwurzelt worden. Kämmerer Gerhard Schumacher berichtet von zwei größeren Schadensereignissen am Süllberg (Foto) und am Imberg. © Witt, Carla

Erst fegten Ylenia und Zeynep durch die Wälder rund um Neuenrade und Affeln, in der Nacht auf den Montag vergangener Woche folgte ihnen dann Antonia.

Wie hoch die Schäden sind, die die Stürme mit ihren orkanartigen Böen im Forst hinterlassen haben, kann noch nicht genau beziffert werden. Auch gibt es Unterschiede in den heimischen Forstbezirken.

„Es kam uns sehr zugute, dass das Käferholz nicht mehr steht. Viele der besonders gefährdeten Altfichten waren deshalb schon weg, bevor uns die Stürme erreicht haben“, sagt Neuenrades Revierförster Frank Bossong. Deshalb sei es nur partiell zu Flächenwurf – und somit größeren Schäden – gekommen. Der Revierförster spricht von zwei bis drei Stellen, wobei der Neuenrader Stadtwald nicht betroffen sei.

Wind hat teilweise viel Angriffsfläche

Dass an einigen Stellen nicht nur einzelne Fichten, sondern auch andere Nadelbäume oder Laubbäume Opfer des Sturms wurden, sei vorhersehbar gewesen: „Wo jetzt noch etwas vereinzelt steht, da hat der Wind natürlich eine ganz besondere Angriffsfläche.“ Im Großen und Ganzen hielten sich die Sturmschäden im Bereich Neuenrade aber noch in Grenzen.

Das sieht im Affelner Bereich anders aus, berichtet der städtische Kämmerer Gerhard Schumacher. Nicht nur einige Fichten, die ohnehin schon abgängig gewesen seien, seien umgestürzt. „Wir haben leider in zwei Bereichen Windwurfschäden im Laubwaldbestand; und zwar am Imberg und am Süllberg“, sagt Schumacher. Dort, wo die Fichtenbestände durch den Borkenkäferbefall zerstört und bereits gefällt wurden, habe der Wind jeweils in Eichenbestände gepackt. Insgesamt seien etwa 100 Stämme betroffen, schätzt Schumacher. Er bedauert den Schaden im Forst: „Eigentlich haben wir keinen Wald mehr zu verlieren.“

Ein uneinheitliches Schadensbild

Mit Blick auf ganz Nordrhein-Westfalen ergibt sich ebenfalls ein uneinheitliches Schadensbild, erklärt Michael Blaschke vom Landesbetrieb Wald und Holz: „In den östlichen Teilen des Regionalforstamtes Kurkölnisches Sauerland, sowie in den höheren Lagen des Regionalforstamtes Soest-Sauerland und des Wiehengebirges im Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe haben die Stürme starke Schäden hinterlassen. Im restlichen Land gab es leichte bis mittlere Schäden.“

Nach ersten Schätzungen sei die Schadholzmenge geringer als nach den Stürmen Kyrill (2007: 15 Millionen Festmeter Holz) und Friederike (2018: zwei Millionen Festmeter). „Da sehr viele Waldwege aktuell noch durch umgestürzte Bäume versperrt sind, ist eine genaue Lageeinschätzung noch nicht überall möglich. Eine genauere Mengeneinschätzung kann erst erfolgen, wenn die Wege freigeräumt sind, voraussichtlich nächste Woche“, erklärt Blaschke.

Wälder weiterhin nicht betreten

Der Landesbetrieb Wald und Holz warnt weiterhin eindringlich vor dem Betreten der Wälder und bittet Naturfreunde, auf Waldbesuche zu verzichten: „Viele Waldwege sind durch umgestürzte Bäume versperrt und nicht passierbar. Die quer über dem Weg liegenden Äste und Stämme sind eine große Gefahr. Der Versuch sie zu überklettern kann lebensgefährlich sein. Ineinander verkeilte Äste und Stämme stehen häufig unter Spannung, die sich spontan oder durch das Überklettern lösen kann. Selbst dünne Stämme werden dann zu tödlichen Katapulten.“

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