Sturm Kyrill kostet die Stadt auch in Zukunft Geld

Im Januar 2007 hinterließ der Sturm Kyrill eine Spur der Verwüstung. Noch heute sind die Folgen für die Stadt zu spüren.

NEUENRADE ▪ Kyrill hat innerhalb einer Nacht ganze Existenzen zerstört, die Holzpreise sanken ins Bodenlose. Nun, vier Jahre später, zieht die Stadt Neuenrade erneut Bilanz. Denn auch heute noch hat das Ereignis einen nicht unerheblichen Einfluss auf den städtischen Haushalt.

„Insgesamt sind Holzerträge in Folge des Sturmereignisses bis heute in Höhe von etwa 1,16 Millionen Euro erwirtschaftet worden“, erklärte Stadtkämmerer Gerhard Schumacher am Mittwochabend vor dem Umweltausschuss. Da die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Altena-Neuenrade zunächst nur etwa 90 Prozent der Holzerträge zur Auszahlung gebracht habe, sei damit zu rechnen, dass nach endgültiger Abrechnung durch die Forstbetriebsgemeinschaft Altena-Neuenrade die Holzerträge insgesamt 1,24 Millionen Euro betragen werden. Doch müsse man bedenken, dass auch einige Ausgaben mit dem Unwetter verbunden seien. Insbesondere im Bereich der Wiederaufforstung des 101 Hektar umfassenden Stadtwaldes seien die Kosten hoch. „Die Wiederaufforstungskosten im Bereich der FBG Altena-Neuenrade betrugen bisher 242 000 Euro Netto. Nach Abzug der Landesförderung in Höhe von 34 000 Euro ergeben sich Nettoaufforstungskosten von 207 000 Euro, erklärte Schumacher. Im Bereich Affeln sind Nettokosten in Höhe von 32 000 Euro angefallen.

Hinzu käme, dass bezüglich der Aufforstung im Bereich Kohlberg 2009 noch ein Rechtsstreit des Aufforstungsunternehmen gegen die FBG Altena-Neuenrade laufe. Da nicht auszuschließen sei, dass entweder im Wege eines Vergleichs oder durch ein Gerichtsurteil noch Zahlungen zu leisten sind, würde dies auch die Stadt betreffen. Die Verwaltung wird daher eine Rückstellung von 25 000 Euro bilden. „Die Aufforstungskosten belaufen sich zum Ende des Jahres auf maximal 265 000 Euro.

Zudem mussten auch erhebliche Kulturpflegekosten im Haushalt verbucht werden. Gerade Verbiss- und Fegeschäden gelte es zu bekämpfen. So wurden Kulturpflegekosten in 2009 und 2010 in Höhe von 31 000 Euro verbucht. „Leider ist damit zu rechnen, dass auch in den nächsten Jahren Kulturpflegemaßnahmen in erheblichen Umfang notwendig sein werden“, berichtete Schumacher, darüber hinaus seien Wildschäden zu befürchten. „Davor kann man sich nicht zu 100 Prozent schützen. Eine ordentliche Bejagung und diverse Schutzmaßnahmen sind leider keine Garantie“, erklärte Revierförster Franz-Josef Stein der Versammlung. ▪ lm

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