Streit um Windräder am Kohlberg geht in die nächste Runde

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Drehen sich bald auch am Kohlberg Windräder? Noch ist die Entscheidung nicht endgültig gefallen.

Neuenrade/Altena – Im Kampf gegen die sechs Windräder, die auf dem Kohlberg errichtet werden sollen, läutet die Bürgerinitiative „Rettet den Kohlberg“ die nächste Runde ein.

Wie Dr. Frank Hoffmann, Vorsitzender der Initiative, in dieser Woche mitteilte, werden die Windkraftgegner Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtes Arnsberg einlegen. Das hatte vor zwei Wochen nach eingehender Prüfung beschlossen, dass bei den Planungen für die Windkraftanlage auf dem Kohlberg keine Fehler passiert sind und dem Bau nichts im Weg steht. 

Für Dr. Frank Hoffmann ist dieses Urteil nicht nachvollziehbar. Er ist „mit vielem, was das Verwaltungsgericht in der Urteilsbegründung anführt, nicht einverstanden“, wie er im Namen der Bürgerinitiative auf Anfrage mitteilte. Ihn stört vor allem, dass das Gericht die Beeinträchtigung der Natur und des Landschaftsbildes laut Urteilsbegründung für „nicht derart gravierend erachtet, dass sie der Errichtung der Anlagen entgegensteht“. 

Artenschutz in Gefahr?

In Gefahr sieht Dr. Hoffmann den Artenschutz, insbesondere den von Rotmilan, Schwarzstorch, Schwarzmilan und Kranich. Auch kritisiert er die direkte Nähe zum Naturschutzgebiet. Das Verwaltungsgericht entschied vor zwei Wochen, dass der Märkische Kreis ausreichend bewiesen habe, dass für die Vögel keine ernst zu nehmende Gefahr von den Windrädern ausgeht. Ähnliches gilt für die von der Bürgerinitiative befürchtete Gefährdung des Grundwassers: Die Windräder sollen flach gegründet werden. Für gefährliche Baustoffe gelten besondere Auflagen. 

Hoffmann übt zudem Kritik an der Bezeichnung des Bauvorhabens als einen Windpark. „Dieser Begriff ist in diesem Zusammenhang irreführend und verursacht ein völlig falsches Bild. Die Industriebauten haben nichts mit einem natürlichen Park zu tun“, so Hoffmann. 

Investor nimmt Entscheidung gelassen

Die Gegenseite sieht die geplante Berufung der Bürgerinitiative gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtes Arnsberg bisher gelassen. Klaus Schulze Langenhorst, Geschäftsführer des Investors SL Naturenergie, erklärte auf Anfrage: „Wir gehen nicht davon aus, dass die Bürgerinitiative mit der Berufung Erfolg haben wird. Die Zulassungsauflagen des Oberverwaltungsgerichtes sind ein dickes Brett.“ 

Der Geschäftsführer erinnert außerdem daran, dass der Bau von Windrädern eine schlichte Notwendigkeit sei. „Strom entsteht eben nicht in der Steckdose.“ Durch die geplante Energiewende, vor allem aber vor dem Hintergrund des Klimaschutzgedankens, müsse viel stärker auf erneuerbare Energien gesetzt werden. 

Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein

Der Investor bedauert deshalb, dass im Fall des Kohlberg-Windparks „Ängste geschürt und viele Unbeteiligte mit einbezogen wurden. Mit 15 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet weiß ich aber, dass das der normale Ablauf ist. Ich wünsche mir oft eine sachlichere Herangehensweise.“ 

SL Naturenergie bleibt bei dem Vorhaben. Inzwischen sind die Planungen für die Kabeltrasse vom Kohlberg zur Einspeisungsstelle nahezu fertig. Der Bau der Anlagen soll nach Möglichkeit noch in diesem Jahr beginnen.

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