CDU drückt Antrag durch

Streit um Altglas- und Grünabfallcontainer in Affeln

Die Glascontainer an der Altenaffelner Straße sind bald Geschichte. Affelns Ortsvorsteher Stefan Kemper erklärte, die Behälter würden dringend benötigte Parkflächen im Dorf blockieren.
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Die Glascontainer an der Altenaffelner Straße sind bald Geschichte. Affelns Ortsvorsteher Stefan Kemper erklärte, die Behälter würden dringend benötigte Parkflächen im Dorf blockieren.

In der kommenden Gartensaison wird es in Affeln die Möglichkeit geben, Grünabfälle quasi rund um die Uhr in einem Container zu entsorgen.

Außerdem sollen die beiden Altglascontainer von der Altenaffelner Straße verschwinden und – falls erforderlich – auf dem Vorplatz der Affelner Schützenhalle zusätzlich zu den vorhandenen Containern wieder aufgestellt werden. Dieser zweigeteilte CDU-Antrag wurde während der Sitzung des Stadtwerke-Verwaltungsrates am Dienstagabend bei drei Gegenstimmen beschlossen – nach einer intensiven und kontroversen Diskussion.

Die Grünabfallannahme auf dem Platz der Schützenbruderschaft ist bisher von April bis November jeweils samstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Unter Aufsicht können dort Laub, Rasenschnitt und anderer Grünabfall abgegeben werden. Sowohl Dennis Uhlig als auch Affelns Ortsvorsteher Stefan Kemper (beide CDU) bezeichneten dieses Zeitfenster als ungeeignet. Oftmals erfolge das Mähen des Rasens erst nach der Öffnungszeit, der Rasenschnitt müsse dann eine Woche privat gelagert werden. Deshalb werde Grünabfall mitunter einfach neben den Container gekippt.

Kemper: „Ich glaube nicht, dass sich das im Dorf einer traut“

Allerdings könne er sich nicht vorstellen, dass Restabfall oder anderer Fremdmüll im Behälter landen würden, wenn keine Aufsicht mehr vor Ort sei: „Ich glaube nicht, dass sich das im Dorf einer traut.“

Die Schützen seien außerdem dazu bereit, den Platz an der Halle in Eigenleistung mit Rasengittersteinen zu befestigen. „Das können wir dann sauberhalten“, erklärte Kemper. Die Material- und Maschinenkosten für die Umgestaltung der Fläche in Höhe von 2000 Euro sollen die Stadtwerke tragen.

Stadtwerke-Chef warnt vor Kostensteigerung

Stadtwerke-Vorstand Marcus Henninger gab zu bedenken, dass eine Anlieferung rund um die Uhr sicher zu einem höheren Abfallaufkommen und somit zu einer Kostensteigerung führen werde. „Der Bauhof müsste auch häufiger rausfahren, um den Standort zu kontrollieren.“ Zudem könne er sich vorstellen, dass in Neuenrade Begehrlichkeiten geweckt würden. „Die Bürger dort könnten fragen, warum es für sie keinen Grüncontainer gibt, der frei zugänglich ist.“

„Vernünftig und nachhaltig“ hatte sich die FWG einen frei zugänglichen Grüncontainer gewünscht – und zwar neben dem Platz vor der Schützenhalle.

Vorstand Gerhard Schumacher unterstrich, er sei ebenfalls kein Befürworter des Antrags. „Wir weichen unser System auf, die Grünabfallannahme nur unter Aufsicht zuzulassen.“ Zudem könne bisher gleich bei der Annahme sortiert werden, welches Material geschreddert werden soll. Das sei künftig nicht mehr möglich.

SPD und FWG gefällt Vorschlag nicht

Thomas Wette (SPD) wies darauf hin, dass es Bürger gebe, die als Vollkompostierer bei der Stadt angemeldet seien, deshalb weniger zahlen müssten, und ihren Grünabfall folglich auch nicht abliefern dürften: „Wenn wir keine Annahme mehr machen, dann kann ja jeder alles in den Container reinwerfen.“

Auch Bernhard Peters (FWG) gefiel der CDU-Vorschlag nicht. Die Wählergemeinschaft wünsche sich eine nachhaltige und vernünftige Lösung, erklärte er. Peters legte einen Entwurf vor, nachdem der frei zugängliche Grün- und die Glascontainer neben dem Platz der Schützen, gegenüber des Geländes der Firma Peters, aufgestellt werden sollten. Das sei zwar deutlich teurer, aber so werde der Service für die Dorfbewohner deutlich verbessert – und die Schützenhalle attraktiver.

Zunächst eine Probesaison

Unter anderem aufgrund der Bedenken, dass im Grüncontainer Fremdabfälle entsorgt werden könnten, einigte sich der Verwaltungsrat zunächst auf eine Probesaison im kommenden Jahr. Sollte sich das neue System nicht bewähren, müsse man wieder zur beaufsichtigten Anlieferung zurückkehren.

Dagegen wird der Glascontainer-Standort an der Altenaffelner Straße endgültig aufgegeben. Kemper hatte argumentiert, durch die Behälter würden dringend benötigte Parkflächen im Dorf blockiert. Anwohner klagten zudem über Lärm- und Geruchsbelästigung. Das sei an der Schützenhalle, wo bereits zwei Container stehen, kein Problem.

Doch auch in dieser Hinsicht hatten Henninger und Schumacher Einwände: „Es gab gute Gründe für diesen zweiten Standort“, sagte Henninger. Schumacher unterstrich: „Ältere Leute, die in der Nähe der Altenaffelner Straße wohnen, können die Altglascontainer an der Schützenhalle nicht fußläufig erreichen.“

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