Streit um Spielplatz in der Quodmicke

Die Anwohner der Quodmicke um ihren Wortführer Björn Berk sind mit der Gestaltung dieses Spielplatzes nicht zufrieden. 900 Quadratmeter stehen den Kindern zum Spielen zur Verfügung.

KÜNTROP - Während die Kinder auf dem Spielplatz in der Quodmicke eifrig im Sand buddeln, ärgern sich ihre Eltern über die mangelnde Pflege und Ausgestaltung des selbigen. „Lieblos und ungepflegt“ sei die Fläche, so sagen die Anwohner der Wohnsiedlung.

Dagegen halten Bauträger Dietmar Brinkmann und Marcus Henninger, Leiter des Bauamtes. Immerhin: Eine Annäherung ist nach einem Ortstermin in Sicht.

„Die Ausführung ist lieblos und in meinen Augen mangelhaft“, sagt Björn Berk über den rund 900 Quadratmeter großen, eingezäunten Spielplatz. Eine Rutsche, ein Sandkasten, eine Schaukel sowie zwei Sitzbänke stehen dort. In der Mitte thront eine mächtige Eiche. Was sich so nahezu ideal anhört, sei bei genauerem Hinsehen allerdings grob fahrlässig und entspreche nicht den Standards eines Spielplatzes, findet Berk.

Der hauptberufliche Feuerwehrmann bewohnt mit seiner Frau Jennifer und den Kindern ein Eigenheim in der Quodmicke. Und auch wenn seine Kinder regelmäßig auf dem Spielplatz unterwegs sind – wohl ist ihm dabei nicht. So geht es auch Katja Kinkel und Tatjana Bojko, die ebenfalls in der Quodmicke wohnen. „Der huckelige, unebene Boden ist voller Steine“, beginnt Berk mit dem Aufzählen seiner Mängelliste.

Einige seien nach ersten Beschwerden abgesucht worden, behoben sei das Problem aber noch nicht. Es werde weder regelmäßig gemäht, noch Unkraut gejätet. „Hier wurde ein Zaun herum gezogen, mal eben alles schnell mehr oder weniger platt gewalzt und eingesät. Das war’s“, sagt Berk. „Was bleibt, ist eine Buckelpiste mit Löchern, in denen nach starkem Regen das Wasser steht“, macht der Familienvater seiner Wut Luft und bekommt dabei auch Zuspruch von Ludger Stracke, der in Küntrop als Ortsvorsteher fungiert. Auf Anfrage des SV sagte er, auf dem „unebenen Acker“ fehle es an einer ordentlichen Drainage, damit das Wasser versickern könne.

Bereits im vergangenen Jahr hat es an dem Spielplatz eine Ortsbesichtigung seitens der Stadt und des Bauträgers Dietmar Brinkmann gegeben. Dieser ist als Eigentümer des Grundstücks für die Gestaltung und Errichtung des Spielplatzes zuständig.

Erst nach Erfüllung des Erschließungsvertrages wird das Gelände der Stadt gewidmet und geht somit in deren Zuständigkeitsbereich über. „Damals waren die Beschaffenheiten hier wirklich nicht in Ordnung“, räumt Marcus Henninger ein. Eine Begradigung der Wiese habe aber damals stattgefunden. Nicht genung, finden die Anwohner.

„Meine Kinder sind, als sie noch kleiner waren, oft hingefallen, weil sie auf dem unebenen Boden nicht richtig laufen konnten“, erinnert sich Katja Kinkel und fügt hinzu, dass man mit einem Kinderwagen auf dem hügeligen Geläuf Schwierigkeiten habe, überhaupt die Sitzbank zu erreichen. „Das kann man nicht für gut befinden“, sagt Berk, der damit die im Erschließungsvertrag aufgeführte Summe von 15.000 Euro anspricht, die für die Entstehung des Spielplatzes vorgesehen ist. „15.000 Euro sind schnell verbaut. Allein die Spielgeräte sind sehr teuer“, erläutert Brinkmann und räumt den Verdacht, an der Errichtung des Spielplatzes gespart zu haben, aus.

Zudem, so versichern sowohl Brinkmann als auch Henninger, entsprechen sowohl die Spielgeräte als auch das Grundstück allen gegebenen Standards. „Es ist sauber und es besteht keine Unfallgefahr“, so Henninger.

Jennifer Berk: „Im Sommer steht das Gras so hoch, dass man die Bank kaum noch sehen konnte.“ Auch Unkraut und Disteln standen meterhoch, so die aufgebrachten Anwohner. Die kleine Lena erinnert sich noch gut daran, als sie mit Sandalen in das pieksende Gewächs trat. Trotzdem, so ist sie sich mit ihren Freunden einig, spielen sie gern auf dem großen Gelände.

Ortsvorsteher Stracke und Bewohner Berk kritisieren darüber hinaus den Sandkasten: „Hier wurde eine Holzumrandung aufgestellt, etwas Sand eingefüllt und fertig – Vliesunterlage Fehlanzeige.“ So habe Gras und Unkraut leichtes Spiel. „Professionalität sieht anders aus“, ist sich Berk sicher. Eine Vliesunterlage soll aber nun nachträglich eingebaut werden.

Nachdem sich Ludger Stracke, Antonius Wiesemann als Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses, Dietmar Brinkmann, Klaus Peter Korte, Tiefbauingenieur beim Bauamt Neuenrade sowie Marcus Henninger vor Ort ein Bild gemacht hatten, gaben sie den Anwohnern teilweise Recht. Der unebene Boden sollte zudem nochmals gefräst und eingesät werden, raten Wiesemann und Korte. Darum wolle sich Brinkmann nun in den kommenden Tagen kümmern. „Trotzdem“, betont Henninger, wolle man „keinen Golfplatz errichten. Die Kinder haben hier außergewöhnlich viel Platz und fühlen sich wohl.“

Wiesemann: „Gräser, Sträucher und auch das ein oder andere Unkraut sind Teil der Natur, in der wir uns hier befinden. Das gehört dazu.“ Dem stimmt schlussendlich auch Ludger Stracke zu, eine bessere Kommunikation zwischen Verantwortlichen und Anwohnern erhofft er sich für die Zukunft aber dennoch. Und eins fehlt dann aber doch noch auf dem Spielplatz in der Quodmicke: „Wir brauchen dringend einen Mülleimer“, so Stracke.

Von Friederike Domke

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