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Streit bei den Grünen fordert zwei prominente Opfer

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Von: Peter von der Beck

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Der am Dienstag noch amtierende Ortsverband-Vorsitzende Ralf Biehl (v. l.) wollte, dass Marian Müller (Mitte) vom frei gewordenen Ratsmandat profitiert. Die am Dienstag noch amtierende Parteisprecherin Christiane Vollmer (rechts) versuchte vergeblich, die streitenden Parteiflügel miteinander zu versöhnen.
Der am Dienstag noch amtierende Ortsverband-Vorsitzende Ralf Biehl (v. l.) wollte, dass Marian Müller (Mitte) vom frei gewordenen Ratsmandat profitiert. Die am Dienstag noch amtierende Parteisprecherin Christiane Vollmer (rechts) versuchte vergeblich, die streitenden Parteiflügel miteinander zu versöhnen. © Koll, Michael

Der Streit im Ortsverband der Neuenrader Grünen, der auf der Jahreshauptversammlung eskalierte, forderte jetzt zwei prominente Opfer, die ihre Ämter mit sofortiger Wirkung niedergelegt haben.

Christiane Vollmer hat ihr Ratsmandat niedergelegt und ist auch gleich bei den Grünen ausgetreten. Nachrücken werde Marian Müller, hieß es aus dem Ortsverband. Als Grund nannte Vollmer persönliche und politische Gründe. Mit Ralf Gäer könne sie nicht zusammenarbeiten.

Um kommunalpolitisch etwas zu erreichen, müsse man ihr in der Fraktion den Rücken freihalten, ließ Vollmer durchblicken. Und auch auf parteipolitischer Ebene war sie offenbar nicht mehr ganz glücklich. „Da hat sich viel angehäuft“, sagte sie. Jahrzehnte lang sei sie Mitglied der Grünen gewesen, jetzt habe sie einen Schlussstrich gezogen.

Auch der Ortsverbands-Vorsitzende macht Schluss

Konkrete Gründe für den Parteiaustritt seien Hartz IV, das Rot-Grün damals mit verantwortet habe und aktuelle Entscheidungen, die sie nicht mehr nachvollziehen könne. Sie verwies darauf, dass die Grünen zum Beispiel das allgemeine Tempolimit auf Autobahnen von 130 km/h nicht haben durchsetzen können. „Das ist furchtbar.“

Entschieden hat Vollmer den gravierenden Schritt am Mittwoch. Sie ist erleichtert: „Ich habe seit Wochen mal wieder gut geschlafen.“ Nach Aussage von Christiane Vollmer ist wohl auch ihr Mann Ralf Biehl, bis zuletzt Ortsverbands-Vorsitzender, nun nicht mehr bei den Grünen: „Er ist auch ausgetreten.“ Er selbst war am Donnerstag nicht erreichbar.

Zuletzt hatte es massiven Ärger gegeben

Bei den Neuenrader Grünen hatte es zuletzt massiv Ärger gegeben: Tom Reißmann hatte sein Ratsmandat abgeben müssen, weil er in Bochum studiert und keinen Zweitwohnsitz mehr in Neuenrade hat. Ralf Gäer rückte nach – jemand, mit dem Vollmer nicht zusammenarbeiten wollte. Bei einer Parteiversammlung wollte man Gäer bewegen, auf sein Mandat zu verzichten und Marian Müller nachrücken zu lassen. Dass möchte Gäer allerdings nicht. Die Vorkommnisse führten zum parteiinternen Bruch der Grünen in Neuenrade. Gäers Angebot einer Aussprache wurde abgelehnt.

Dass Biehl und Vollmer das Handtuch geworfen haben, wusste Ulrich Naumann – der darauf pochte, dass es Gäers Recht sei, das Mandat wahrzunehmen – nicht: „Das ist ja interessant. Das ist erstaunlich,“ sagte das Grüne Urgestein. Er verwies darauf, dass man bei einer Videokonferenz noch den Landesvorstand mit ins Boot geholt habe, um den Streit zu schlichten. Nun ist es wohl an Naumann, der 40 Jahre Mitglied der Grünen ist, die Partei neu aufzustellen: „Dabei wollte ich mich mehr auf die Enkel konzentrieren.“

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