Landeszuschuss nicht garantiert

Straßenbauprojekt Rüterbruch: Anlieger werden zur Kasse gebeten

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Neue Versorgungsleitungen werden derzeit am Rüterbruch verlegt.

Neuenrade – Es ist ein umfassendes Bauprojekt, das am Rüterbruch in Neuenrade durchgeführt wird. Zum Ende des Jahres soll die Straße wieder ordentlich befahrbar sein.

Bis dahin muss allerdings noch einiges gemacht werden. Muss – denn die Versorgungsleitungen sind überaltert oder liegen nicht tief genug im Erdreich. Auch ein Bach fließt unter der Straße her. Die Anlieger müssen einen Anteil der Kosten nach dem Kommunalen Abgabengesetz (KAG) bezahlen. Wie hoch dieser Anteil am Ende ausfallen wird, ist noch nicht klar. 

Der Straßenbau wird laut Bauamtsmitarbeiter Klaus Peter Korte mit rund 270 000 Euro veranschlagt. Diese Summe werde dann auch über das KAG mit den Anliegern abgerechnet. Laut Satzung müssen sich die Anwohner mit einem Satz von 30 Prozent (Haupterschließungsstraße) an den Kosten beteiligen, hieß es aus dem Bauamt. 

Land könnte die Hälfte der Kosten übernehmen

Die Hälfte der Anlieger-Kosten kann nach der KAG-Reform zu Beginn diesen Jahres allerdings vom Land übernommen werden. Dazu muss die Stadt einen entsprechenden Antrag stellen. Aber: Der Zuschuss-Topf sei gedeckelt, erläutert Richard Schwartpaul, der beim Bauamt mit der Abrechnung der Maßnahme befasst ist. Wie viel Geld ein Anlieger pro Quadratmeter Grundstück nun bezahlen muss, sei noch nicht 100-prozentig klar, es gebe erst eine grobe Schätzung, die bei 5,20 Euro pro Quadratmeter liege. Und ob der Zuschusstopf des Landes bei Bedarf aufgefüllt werde, sei ebenfalls unklar, sagte Schwartpaul. „Es bleibt unsicher für alle Beteiligten.“ Prophylaktisch könne der Antrag nicht gestellt werden, erst müsse die Abrechnung vorgenommen werden. 

Der Sachstand zum Baufortschritt: Wie Klaus Peter Korte auf Nachfrage erläuterte, müssen die wohl mehrere Jahrzehnte alten Wasserleitungen ersetzt und neu verlegt werden. Zudem sind andere Gewerke mit Arbeiten dort befasst. Der Versorger Enervie verlegt am Rüterbruch ein Sechserpaket Leerrohre für Elektroleitungen. 

Leitungen müssen neu verlegt werden

Gasleitung und Telekomleitungen haben zudem eine zu „geringe Deckung“. Korte: „Die müssen daher neu verlegt werden.“ Zu geringe Deckung bedeutet, dass der Straßenaufbau unter dem Grenzwert von 80 Zentimetern über den Leitungen ist. Die Leitungen auf der Höhe zu belassen und darunter zu graben sei arbeitstechnisch schwierig und teuer. Wie lange die Baustelle dauert, sei schwer abzuschätzen, sagte Korte. „Wir hoffen, dass wir mit allem im Oktober/November fertig sind.“ Während die Fertigstellung der Fahrbahnen vergleichsweise flott voran gehe, sei die Sache mit den Versorgungsleitungen aufwendiger. 

So müsse während der Bauarbeiten ja die Wasserversorgung aufrecht erhalten werden. Deshalb würden die neuen Leitungen an anderer Stelle unter der Fahrbahn verlegt. Dann würde die Anbindung an Hausanschlüsse erfolgen. Zuvor werde man die Trinkwasserleitungen desinfizieren und beproben. Wenn die Probe stehe, erfolge der Anschluss. Bereits erneuert wurde der Kanal für den Rüterbruch-Bach, der vom Kita-Gelände aus die Straßen unterquert. Der alte Kanal sei marode gewesen, erläuterte Korte. Mit den Versorgungsleitungen sei man wohl Mitte September durch, dann gehe es an den Straßenaufbau. Der Bürgersteig bleibe erhalten, an der Bergseite gebe es nur einen „Schrammbord“ mit sich anschließender „30er Platte“. 

Betriebsurlaub: Arbeiten ruhen

Die Sanierung des Rüterbruchs kostet insgesamt rund 380 000 Euro. Derzeit ruhen die Bauarbeiten allerdings, weil das bauausführende Unternehmen Betriebsurlaub macht. Die Straße ist einseitig befahrbar.

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