Mumifizierte Schafe und Kaninchen

Neuenrader Hobbyzüchter lässt Tiere wohl verhungern

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Symbolbild

Neuenrade - Im Neuenrader Stadtgebiet hat ein Hobbyzüchter etliche seiner Schafe wohl verhungern lassen. Das bestätigte der Amtsveterinär des Märkischen Kreises, Dr. Dieter Sinn, auf Nachfrage. Der Amtstierarzt war am Samstag zu dem Anwesen gerufen worden - dort bot sich ein grausiger Anblick.

Mindestens sieben Schafe lagen demnach tot im Stall, die Tiere waren „teilweise mumifiziert“. Sechs weitere total abgemagerte, aber lebende Tiere fand der Amtstierarzt dort ebenfalls noch vor.

Wegen des Zustandes der überlebenden Schafe geht Dr. Sinn davon aus, dass die anderen Tiere wohl wegen der mangelnden Versorgung gestorben sind.

Auch etliche tote, teilweise schon mumifizierte Kaninchen wurden in Käfigen entdeckt. Der Amtstierarzt veranlasste die Entsorgung der Kadaver. Alle überlebenden Tiere wurden zudem anderweitig untergebracht. Klare Sache: Dr. Sinn erstattete Anzeige und sprach ein Tierhaltungsverbot gegen den Hobbyzüchter aus.

Sinn geht jedenfalls davon aus, dass sich dieser Fall im Straftatbereich bewegt, wegen des „Tötens oder des Inkaufnehmens des Todes von Tieren ohne vernünftigen Grund“.

Der Veterinär mit langer Amtszeit ist jedenfalls erschüttert: So etwas bekomme man auch als Amtstierarzt vielleicht ein- oder zweimal im Berufsleben zu Gesicht. Und was den Hobbyzüchter anbelangt, so habe sich dieser zu der Sache bislang nicht geäußert, sagte Sinn.

Ans Licht gekommen war die Angelegenheit, als ein Unbeteiligter dort ein Schaf erwerben wollte. Als er am Gelände eintraf, sich aber niemand meldete, schaute er sich dort genauer um, sah die schrecklichen Zustände und informierte die Behörden.

Zufällig hatte Bürgermeister Antonius Wiesemann am vergangenen Wochenende Notdienst. Er leierte alle erforderlichen Schritte ein. Klare Sache, dass auch die Polizei involviert war. Auch Wiesemann: „Ich komme aus der landwirtschaft - aber so etwas habe ich noch nicht gesehen.“

Von Peter von der Beck

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