Startschuss für Bau der Turmhügelburg

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Hier wird die einstige Burg aufgebaut. ▪

NEUENRADE ▪ Die heiße Phase um die Küntroper Motte hat nun begonnen: Am Samstag wurden auf der Dinneike die ersten drei Löcher für das Fundament ausgehoben. In der Nähe der Fahnenstange wird der Holzkoloss als neues Wahrzeichen des Neuenrader Ortsteiles stehen. Die Stange wird dafür einige Meter verschoben; die zweite Ausfahrt des dortigen Parkplatzes bleibt deswegen geschlossen.

Vor gut einem Jahr begann der Abbau der Turmhügelburg in Herne. Sie war das 25 Meter hohe Herzstück von „AufRuhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen“, die Herne 2010 zu der größten Mittelalterausstellung des Ruhrgebiets machte. Für das Panoptikum des 13. Jahrhunderts hatten Wissenschaftler eine Übersicht der rund 400 Burgen erarbeitet, die zwischen Ruhr und Emscher standen.

Damals waren viele Burgen nicht aus Stein gebaut, sondern standen als hölzerner Wohnturm auf einem runden Erdhügel – die so genannten Motten. Motte kommt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie Klumpen oder Scholle.

Da heute keine dieser alten Turmhügelburgen mehr erhalten ist, sind sie im Gegensatz zu den steinernen Wehrbauten recht unbekannt. Im 13. Jahrhundert jedoch war diese Burgenform weit verbreitet.

Die Motte ist eine Anlehnung an die Wasserburg Gevern, die Anfang der fünfziger Jahren des 14. Jahrhunderts auf dem Stück zwischen Garbecker Straße und Gevener Weg als befestigter Stützpunkt der Grafen von Arnsberg errichtet wurde. Abgesehen von der Tatsache, dass es sich um einen florierenden großen Haupthof samt Mühle, Gütern und deren Kolonnen handelte, wollten die Grafen sich vor Graf Engelbert III. von der Mark schützen. Letzterer legte gegen Graf Gottfried IV. von Arnsberg die befestigte Stadt Neuenrade an. Die Burg stand jedoch nur kurz: Noch vor der Überreichung des Stadtrechtebriefs von Neuenrade am 25. Juli 1355 zerstörte Gert von Plettenberg auf Befehl des Märkers die Anlage.

Und nun bekommen die Küntroper „ihre“ Burg zurück: Wenn die Erd- und Fundamentarbeiten fertig sind, wird die in ihre Einzelteile zerlegte und bei einer Neuenrader Zimmerei zwischengelagerte Motte neben der Schützenhalle aufgestellt.

So wird die Küntroper Motte nicht nur Wahrzeichen, sondern eignet sich auch bestens zum historischen Schwelgen.

Annette Kemper

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