Start in ein neues Leben mit Hindernissen

Nach Spritztour ohne "Lappen": Richter belässt es bei Ermahnung

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Neuenrade - Mit der großen Flüchtlingsbewegung im Jahr 2015 kam ein heute 20-jähriger Syrer nach Deutschland und schließlich nach Neuenrade. Im Amtsgericht Altena erzählte er jetzt seine Geschichte. Dass diese jetzt öffentlich wurde, hat den Ursprung in einer Kontrolle der Polizei.

2011 verließ der Syrer seine vom Bürgerkrieg zerstörte Heimat, ging zunächst nach Ägypten und in die Türkei und schließlich nach Deutschland. Seine Mutter und sein Bruder folgten ihm in ein neues Leben. Der junge Mann nahm das Projekt sehr ernst: Er lernte Deutsch, machte an der Gesamtschule in Werdohl seinen Hauptschulabschluss, besuchte die 9. und 10. Klasse des Berufskollegs und fand schließlich einen Job als Industriearbeiter. Nun hoffe er, eine Berufsausbildung machen zu können, erklärte er im Amtsgericht, wo er nur gelegentlich auf den Übersetzer für Arabisch zurückgreifen musste. 

Warum aber saß er mit einem äußerst gewinnenden Lächeln auf der Anklagebank? Nicht untypisch für einen jungen Mann seines Alters hatte er den Traum von einem eigenen Auto. „Ich habe es gekauft und wollte es fertig machen, bis ich den Führerschein habe“, berichtete er von dem ursprünglichen Plan. Dann war die Versuchung aber offenbar zu groß: Am 25. Oktober hielt ihn die Polizei in einem BMW in Menden an, am 26. Oktober in Neuenrade auf der Werdohler Straße – jeweils ohne gültige Fahrerlaubnis. 

Es bleibt bei einer eindringlichen Ermahnung

Um weiteren Ärger und eine mögliche weitere Anklage zu vermeiden, griff der 20-Jährige zu einer durchgreifenden Maßnahme: „Ich habe den Wagen anschließend sofort verkauft“, berichtete er von seiner Reaktion auf den Ärger mit der Polizei. 

Bei all dem hatte er das Glück, dass ansonsten so viel so gut läuft in seinem Leben. Und dass er noch unter das Jugendstrafrecht fiel. Richter Dirk Reckschmidt beließ es nach Absprache mit dem Staatsanwalt bei einer eindringlichen Ermahnung, was der junge Mann angemessen zu würdigen wusste: „Dankeschön!“

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