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Küntroper Kickerinnen: Offenheit und Zusammenhalt

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Von: Michael Koll

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Neue rote Trikots spendierte Alexandra Hahn (links im Bild).
Neue rote Trikots spendierte Alexandra Hahn (links im Bild) den Küntroper Kickerinnen. © Koll, Michael

Nach dem umjubelten Auftritt der deutschen Frauennationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft in Großbritannien startet auch für die heimischen Kickerinnen wieder der Alltag. Für die Spielerinnen aus Küntrop bedeutet das zunächst eine vierwöchige Findungsphase, an deren Ende sie erst erfahren, in welcher Kreisliga sie in der kommenden Saison vor den Ball treten dürfen.

Unterstützung aus der Bevölkerung

Küntrop – Unterstützung aus der Bevölkerung ist ihnen dabei ohnehin gewiss. Gerne erinnern sich Spielertrainerin Julia Wiesemann und ihre „Mädels“ noch an den März. Da hatten sie das Heimspiel-Derby gegen die Kickerinnen aus Affeln und spielten vor quasi ausverkauftem Haus: In Küntrops Stadion standen rund 150 begeisterte Zuschauer am Spielfeldrand.

150 Zuschauer

Wiesemann blickt zurück: „Das war gigantisch. Damit hatte im Vorfeld ja wirklich keine von uns gerechnet.“ Wobei die Spielertrainerin viele Momente in der abgelaufenen Spielzeit hatte, die für sie neu und aufregend waren, wurde sie doch kurzerhand ins kalte Wasser geworfen, um das Ruder bei den SSV-Küntrop-Frauen von jetzt auf gleich zu übernehmen.

Das falsche Borussia-Trikot

„Diese Saison habe ich dann das erste Mal auch schon in der Vorbereitung die Zügel in der Hand“, blickt sie ein bisschen gelassener auf die kommenden Monate. „Ich muss noch viel lernen, habe aber auch wohl nicht alles ganz verkehrt gemacht“, fischt sie nach Komplimenten. Die bekommt sie von ihrem Team aber nicht, die foppen sie eher, weil sie ein Trikot „der falschen Borussia“ trägt.

Beeindruckt von Zuschauerzahl bei der WM

Wiesemann trägt ein Shirt der Gladbacher Fohlen, „da bin ich ganz klassisch Fan des Männerfußballs“, gesteht sie. „Doch bei dieser Frauen-EM war ich auch begeistert vor dem Fernseher“, gibt sie zu. „Beeindruckt hat mich, dass es dort einen Zuschauerschnitt in den Stadien gab von rund 30 000 pro Spiel.“

Neue Spielerinnen willkommen

Angekommen ist der dadurch ausgelöste Hype indes noch nicht in Küntrop. „Bisher habe ich für die nächste Spielzeit erst eine feste Zusage einer neuen Spielerin.“ Und so ruft sie auf: „Zu unseren Trainingsabenden – dienstags und donnerstags jeweils von 19 bis 20.30 Uhr – sind immer neue Kickerinnen willkommen.“

Von der Anfängerin zur Stammspielerin

Sie betont, dass es ganz gleich ist, wie alt die Neue ist, welche Position sie bevorzugt, oder ob sie überhaupt schon einmal vor einen Ball getreten hat. Wiesemann, die sich selbst eher im Offensiven Mittelfeld heimisch fühlt, erklärt: „Zuletzt haben wir innerhalb von wenigen Monaten eine Spielerin in unserer Mannschaft integriert. Die kam als totale Anfängerin und gehört inzwischen zum Stamm-Team.“

Spielerinnen von 16 bis Oma-Alter

Die Spielertrainerin wirbt: „Meine Mannschaft zeichnet sich durch den Zusammenhalt untereinander und durch unsere Offenheit aus.“ Wiesemann fährt fort: „Also kann jede Interessierte zu uns stoßen, die mindestens 16 Jahre alt – hinauf bis zur Oma. Besonders brauchen wir Stürmerinnen, aber ich kriege auch jede andere Fußballerin in mein Team integriert.“

Gute Laune

Gespielt wird in Küntrop mit neun Akteurinnen auf dem Feld. Die Findungsphase vor der nächsten Spielzeit beginnt am 28. August und dauert dann bis zum 25. September an. Danach wird klar, wohin die Reise geht. Eins steht indes jetzt schon fest: Bei den Trainings in Küntrop wird von den „Mädels“ sehr viel gelacht – und sei es nur, weil die Trainerin mal wieder „das falsche“ oder „das richtige“ Bundesliga-Trikot trägt.

Neue Trikots

Im Rahmen einer ihrer jüngsten Trainingseinheiten erhielten die Küntroper Frauen nun einen neuen Trikotsatz. Die Spende in der Größenordnung von 500 Euro der Wäschemoden Hahn aus Plettenberg begründete Inhaberin Alexandra Hahn so: „Ich wohne in Küntrop.“

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