Standort scheint gefährdet

Noch einmal zurückversetzt in die eigene Schulzeit: 18 Kommunalpolitiker in der Grundschule Altenaffeln. - Foto: Koll

ALTENAFFELN - Offensiv müsste der Grundschul-Standort Altenaffeln dafür werben, dass künftig auch Schüler aus Neuenrade und umliegenden Städten dort zur Schule gingen. Ansonsten wäre der Außenstandort der städtischen Gemeinschaftsgrundschule schon bald gefährdet. Denn es ist absehbar, dass im Stadtteil die Zahl der künftigen I-Dötzchen schon ab kommendem Jahr deutlich abnehme.

Der CDU-Arbeitskreis Schule und die Ratsfraktion der Christdemokraten besichtigten am Mittwochabend den Altenaffelner Standort. Dort erfuhren sie von Schulleiter Awerd Riemenschneider und seiner Konrektorin Jennifer Krause, dass im kommenden Jahr aufgrund der neuen Schulgesetzgebung bereits eine brenzlige Situation droht.

Krause: „Derzeit hängt alles an einem einzigen Schüler.“ Die Frage, ob dieser wirklich zur Gemeinschaftsgrundschule ginge oder nicht, entscheide darüber, ob eine kuriose Sitution entstehe, in welcher am Standort Altenaffeln eine Klasse mit 19 Schülern eingerichtet werde und am Standort Neuenrade drei Klassen mit zwei Mal 28 und einmal 29 Schülern.

„Wenn dieser eine Schüler dazu kommt, dürften wir am Neuenrader Standort eine vierte Klasse einrichten.“ Die sehr strikte Gesetzesvorgabe führt zu dieser Hängepartie. Alle vier Klassen hätten folglich weniger Schüler, wenn es zur Vierzügigkeit in Neuenrade käme. Riemenschneider: „Da entscheidet sich, ob ein Lehrer nach vier Jahren zur Kur muss, oder eben nicht.“

Er selbst habe zu seiner Schulzeit in Bochum 50 Mitschüler gehabt, berichtet der Schulleiter aus seiner eigenen Jugend. Doch damals seien die Klassen-Konstellationen für die Pädagogen insgesamt noch einfacher gewesen.

Auch das Thema Inklusion diskutierten die 18 Politiker mit den beiden Lehrkräften recht kontrovers. Vor- und Nachteile wurden in der Idee, behinderte und nicht-behinderte Mädchen und Jungen gemeinsam zu unterrichten, von den Christdemokraten erkannt.

Zuvor hatten Krause und Riemenschneider die Politiker-Delegation durch das Gebäude geführt. Positiv bewerteten die CDU’ler, dass es in fast allen Klassenräumen sogenannte Gruppenräume gibt. Hinter einer Glaswand haben dort Schülergruppen die Möglichkeit, getrennt von der restlichen Klasse Aufgaben zu erledigen. Geeignet ist diese Trennung innerhalb eines Klassenverbundes etwa für Schüler, die ein wenig schneller lernten, erfuhren die Grundschul-Besucher. Diese Gruppenräume würden intensiv genutzt, verriet Riemenschneider.

Überrascht waren diese auch, dass es in einem Raum der zweiten Jahrgangsstufe sowohl Einzeltische gab, als auch 2er-, 4er- und 6er-Gruppierungen. Jennifer Krause erläuterte, dass es Schüler gebe, die frontal zur Tafel schauen müssten, um sich besser zu konzentrieren. Andere bräuchten einen Einzeltisch, um nicht von Mitschülern abgelenkt zu sein. Dritte wiederum seien schon bereit für Gruppenarbeiten.

Grundsätzlich lerne jedes Kind an der Gemeinschaftsgrundschule in seinem eigenen Tempo. Damit es im Klassenraum für niemanden zu laut werde, finden sich in den Klassenräumen in Altenaffeln Ampeln: Je nach Geräuschpegel leuchten diese grün, gelb oder rot auf.

Eine weitere Besonderheit in Altenaffeln ist die Turnhalle, welche ins Gebäude integriert sei. Zugänglich ist sie über das Treppenhaus. Kein Kind müsse über den Schulhof laufen, um dort hin zu kommen. Ein Schwimmbad gebe es indes nur in Neuenrade.

Letztlich besichtigen die CDU-Kommunalpolitiker das Leseparadies, die Bibliothek der Grundschule. Diese werde auch als Förderraum eingesetzt, erfuhren sie abschließend.

Von Michael Koll

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