Mit Stahlrohrstuhl auf Frau eingeschlagen

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Justitia mit der Waage, Symbol für ausgewogene juristische Entscheidungen.

Neuenrade - Weil ein 38-jähriger Araber im Neuenrader Asylbewerberheim in der Nacht zum 14. November 2015 mit einem Stahlrohrstuhl auf eine Mitbewohnerin eingeschlagen hatte, verurteilte ihn das Amtsgericht Altena jetzt zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung.

 Der Angeklagte habe „eine etwas problematische Beziehung“ zur Geschädigten gehabt, fasste Richter Dirk Reckschmidt den Hintergrund des Konflikts mit einer nicht ganz ernst gemeinten Untertreibung zusammen.

Denn die Verletzungen waren durchaus heftig: Blutergüsse, Beulen und eine blutende Wunde an der Hand attestierte ein Arzt nach den Schlägen, bei denen sogar der Stuhl zerbrochen war.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe im Amtsgericht: „Die Frau wollte, dass ich sie heirate. Das (die Anzeige bei der Polizei) war nur aus Rache.“ Doch die Zeugin bestätigte, dass der 38-Jährige sie in jener Nacht gegen drei Uhr mit einem Stuhl verprügelt hatte. Ein weiterer 44-jähriger Asylbewerber hatte das finstere Treiben beendet und die Frau verbunden: „Ich bin nur dafür, dass eine Frau nicht geschlagen wird“, begründete er sein Eingreifen in jener Nacht und schimpfte über zwei andere Bewohner, die nichts getan hätten – „auch als sie hörten, dass die Frau geschrien hat“.

Der Zeuge erzählte, wie er der Frau, die bereits ein geschwollenes Gesicht hatte, empfohlen habe, sich in ein Zimmer zurückzuziehen und dort zu bleiben. Doch der Angeklagte sei erneut aufgetaucht: „Er hat mit einem Stuhl gegen ihren Kopf geschlagen, und sie hat sich mit beiden Händen verteidigt.“ Irgendwie ging dann auch noch eine Flasche zu Bruch – es ließ sich nicht klären, ob die Zeugin sich möglicherweise selbst an den Scherben verletzt hatte.

 Doch auch die Schläge mit dem Stuhl wertete die Staatsanwältin als eine „brutale Tat“ und beantragte eine sechsmonatige Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung. Verteidigerin Bettina Güldner sah „Unklarheiten“ in den Aussagen und beantragte einen Freispruch. Sollte ihr Mandant dennoch verurteilt werden, müsse von einem minderschweren Fall ausgegangen werden.

Das allerdings sah Richter Dirk Reckschmidt anders. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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