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Staffelstab in Küntrop übergeben: Das ist der neue Ortsvorsteher

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Von: Michael Koll

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Wechsel des Ortsvorstehers: In Küntrop übernimmt Volker Klüter (links) von Ludger Stracke, der das Amt lange ausübte, nun aber etwas kürzer treten möchte.
Wechsel des Ortsvorstehers: In Küntrop übernimmt Volker Klüter (links) von Ludger Stracke, der das Amt lange ausübte, nun aber etwas kürzer treten möchte. © Koll

Der Staffelstab ist übergeben. Ludger Stracke zieht sich mit 59 Jahren als Küntrops Ortsvorsteher zurück und übergibt an Volker Klüter (beide CDU).

Küntrop – Der Rat hat am Mittwoch in seien jüngsten Sitzung grünes Licht für diesen Personalwechsel gegeben. Michael Koll sprach nun mit Stracke und Klüter unter sechs Augen.

Herr Stracke, warum geben Sie gerade jetzt Ihr Mandat auf?

Stracke: Eigentlich wollte ich bereits mit der Kommunalwahl 2020 kürzer treten. Doch erst kurz vor der Wahl fand ich mit Volker Klüter einen Huckepackkandidaten. Die Zeit war zu knapp für einen sofortigen Wechsel. Doch ich habe schon während des Wahlkampfs klar kommuniziert, dass ich nicht mehr die gesamte Periode als Ortsvorsteher zur Verfügung stehen werde. Und nun erschien mir die Zeit passend für meinen Rückzug. Von einer Zeitenwende möchte ich nicht sprechen – angesichts dieser doch eher kleinen Transaktion. Ich bin aber froh, die Entscheidung selbst treffen zu können. Eine Abwahl oder ein sonstwie gearteter unkontrollierter Abgang wäre ganz sicher nicht in meinem Interesse gewesen nach immerhin 19 Jahren als Ortsvorsteher.

Herr Klüter, was haben Sie im ersten Moment gedacht, als Sie gebeten wurden, dieses Amt zu übernehmen?

Klüter: Das war erst einmal ein kurzer Schreckmoment. Aber ich bin sowieso der Typ, der immer „Ja“ sagt, wenn man ihn um etwas bittet. Und so war es hier am Ende auch. Ludger und ich sind ähnliche Typen. Also wird es mir nicht schwer fallen, mich in dieses Amt hineinzufinden. Doch ich werde andere Sachen abgeben – und das wird der Fußball sein (Volker Klüter ist aktiv im Vorstand der SSV Küntrop und im Verein auch noch als Spieler aktiv, d. Red.).

Stracke: Ich weiß ja, dass Volker beruflich viel auf Flughäfen ist (Klüter ist als Vertriebsleiter auch viel im Ausland unterwegs, d. Red.). Dort kann er Nachrichten und Unterlagen lesen. Ich hatte überdies nie Zweifel daran, dass Du ein Menschenfänger bist, Volker. Und deshalb kannst Du das!

Klüter: Ich werde gar nicht soviel anders machen als Du, Ludger. Ich werde nur weniger präsent sein können und mehr im Digitalen wirken.

Herr Stracke, Sie sagten, jetzt sei die Zeit passend für Ihren Rückzug. Weshalb sehen Sie das so?

Stracke: Es ist eine Kombination aus den drei Klassikern: Beruf, Gesundheit und Privates. Die Anforderungen in meinem Job als Geschäftsführer bei Selve werden immer komplexer. Zugleich rächt es sich langsam, dass ich meine Gesundheit zu lange vernachlässigt habe. Ich muss da gegensteuern. Das benötigt auch mehr Zeit. Und außerdem möchte ich meiner bald zweijährigen Enkelin auch mehr Aufmerksamkeit schenken. Sie bekommt ja bald auch noch ein Geschwisterchen.

Wie fiel Ihre Wahl dann auf Volker Klüter?

Stracke: Volker ist in Küntrop bekannt. Er ist ein fähiger Nachfolger, ein pragmatischer Typ.

Und was war für Sie in 19 Jahren der Moment als Ortsvorsteher, der Ihnen am meisten in Erinnerung bleiben wird?

Stracke: Das war eindeutig der Augenblick, als Volker Klüter 2019 Schützenkönig wurde (lacht). Okay, das war ein Scherz. Ernsthaft ist es wohl der Punkt, an dem es gelungen ist, gemeinsam mit der Stadt Neuenrade und mit den Schützenbrüdern das Dorfcafé auf den Weg zu bringen. Das war eine tolle Geschichte. Aber auch die Multifunktionsanlage, die aktuell am Sportplatz entsteht, ist super.

Klüter: Für mich war es 2015 ein Highlight, wie Ludger einerseits die Flüchtlinge hier aufgenommen hat, andererseits aber zugleich den Küntropern die Angst genommen hat, wer und was da alles auf uns zukommt.

Stracke: Auch, dass die Motte jetzt da ist, ist schon etwas, auf das ich ziemlich stolz bin.

Was werden Sie nun mit all Ihrer Freizeit anfangen?

Stracke: Ich werde mehr Sport treiben, um gesund zu bleiben. Aber ich werde auch viel mehr Motorrad fahren.

Und Herr Klüter: Werden Sie auch stolze 19 Jahre Ortsvorsteher bleiben?

Klüter: Na, wenn ich das – wie Ludger – bis 59 mache, dann werden es bei mir nur sechs Jahre. Aber dieses Amt ist keine Aufgabe nur für zwei, drei Jahre. Ich möchte das schon länger machen, muss aber auch erst einmal wiedergewählt werden.

Und welche Pläne haben Sie, Herr Klüter? Was möchten Sie erreichen?

Klüter: Kann man sich für solch ein Amt überhaupt etwas vornehmen, Ludger?

Stracke: Na, als Einzelkämpfer bist Du als Ortsvorsteher verraten und verkauft. Du bist angewiesen auf die Menschen, die Dir sagen, was gebraucht und gewünscht wird. Von daher ist der Rahmen, den Du vorplanen kannst, eng gesteckt.

Klüter: Deshalb möchte ich mich jetzt erst einmal gut vernetzen, damit das Dorf mit meiner Hilfe als Gemeinschaft agieren kann. Ich habe den Traum, dass ich diejenigen, die in Küntrop bisher nur wohnen, künftig auch dazu bringen kann, hier zu leben.

Herr Stracke, werden Sie sich denn künftig politisch noch einbringen?

Stracke: Na klar, ich bin ja nicht aus der Welt. Und ich bleibe auch aktiv im Förderverein Küntrop, im Motte-Team und im Offenen Arbeitskreis.

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