Städtische Fichtenbestände in Affeln bedroht

"Flächenbrand" am Imberg: Darum sorgen sich Forst-Experten

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Revierförster Frank Bossong erläutert am Imberg die Gefahren durch den Borkenkäfer. Er berichtete auch über entsprechende forstwirtschaftliche Maßnahmen, um die Bestände zu schützen.

Neuenrade – Es gibt sie tatsächlich noch: Beträchtliche Kiefernbestände im Neuenrader Stadtwald. Sie sind am Affelner Imberg. 

Doch Ungemach droht in Form des Borkenkäfers. Dort könnte er wüten und beträchtliche Schäden anrichten. Das wollen die Forst-Experten natürlich nicht zulassen und haben dort schon Maßnahmen ergriffen. Dabei sei die Gefahr sehr groß, dass der Borkenkäfer die Fichtenwälder schädige. 

Bei einem Ortstermin mit den Mitgliedern des Ausschusses Umweltschutz und Forsten erklärten Revierförster Frank Bossong und Forstamtsleiter Jörn Hevendehl unisono: Die Bäume seien durch das niederschlagsarme Vorjahr „unter Stress“. Sie hätten „quasi Fieber“, so dass sie sich kaum gegen den Käfer wehren könnten. 

Borkenkäfer könnte Bestände infizieren

„Bis 1,80 Tiefe ist der Boden trocken“, sagte Hevendehl. Revierförster Frank Bossong ergänzte zudem: „Man kämpft, um die Bestände über die Runden zu kriegen“. Es gebe da die Angst vor dem „Flächenbrand“. Damit war eben der Borkenkäfer gemeint, der schnell die Bestände infizieren könnte. Deshalb schauen Bossong und Co. mit Argusaugen auf die Kiefernwälder, holen verkäferte Bäume heraus, um einen flächenhaften Befall zu verhindern. 

Es seien viele Hektar bedroht, sagte Bossong. Dabei könne mit Fichtenholz – und so werde es wohl auch in Zukunft noch sein – Geld verdient werden. Und deshalb beobachte man, hole Käferbäume heraus. Auch ein Begasen sei möglich, um die Bäume zu schützen. Das sei aber nur „das letzte Mittel“. 

Weitere forstwirtschaftliche Möglichkeiten, die es am Imberg gibt, sind eben die beim Käferholz geschlagenen Lichtungen mit Laubbäumen oder anderen Nadelbaumsorten zu bepflanzen. Jetzt müsse überlegt werden, wie es weitergehe, ob investiert werde. Auch von der Weißtanne war dabei die Rede. 

Intensivere Bejagung möglich

Forstamtsleiter Jörn Hevendehl ging dabei noch auf den Wildverbiss bei Neuanpflanzungen ein. Da gelte es, gegebenenfalls mit den Jägern wegen einer intensiveren Bejagung zu sprechen. Dass das alles nicht so einfach ist, deutete ein Jäger an, der als Gast mit beim Ortstermin des Ausschusses für Umweltschutz und Forsten dabei war: Gert Middendorf. 

Natürlich könne man „schärfer reinhalten“. Aber es komme möglicherweise zur Kollision mit Abschussplänen. Auch solle es doch waidgerecht zugehen.

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