Stadtwald: Hoher Pflegeaufwand

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Ortsbesichtigung: Revierleiter Georg Cormann (grüne Jacke) erklärte den Ausschuss-Mitgliedern unter anderem die Vorteile von Tannen gegenüber Fichten.

Neuenrade - Über die Entwicklung des Stadtwaldes in Affeln informierten sich die Mitglieder des Ausschusses für "Umweltschutz und Forsten"

Wenn sich, so wie am Mittwoch dieser Woche, der Ausschuss für Umweltschutz und Forsten der Stadt Neuenrade trifft, dann steht neben der Sitzung im Rathaus meistens auch eine Ortsbesichtigung auf dem Programm. Immerhin sollen die Ratsleute wissen, worüber sie da abstimmen. Diesmal machten sich die Ausschuss-Mitglieder auf den Weg zum Imberg bei Affeln.

In der Vergangenheit hatten die Förster dort umfangreiche Maßnahmen am Fichtenbestand durchgeführt, und auch für die Zukunft sind Durchforstungen geplant. Dabei werden einzelne Bäume zur Pflege des Waldes gezielt entfernt. Um das zu ermöglichen, müssen die Baumbestände bestenfalls schon beim Pflanzen strukturiert werden, erklärte Georg Cormann, Leiter des Forstreviers Affeln: „Wir achten darauf, zwischen den Bäumen eine Gasse von vier Metern freizuhalten.“

 An anderer Stelle sind erst vor Kurzem Weißtannen gepflanzt worden. Im Vergleich zu Fichten haben diese sich als deutlich widerstandsfähiger gegenüber Kälte, Wind und Schatten erwiesen. Zum Schutz vor Wildtieren tragen sie eine blaue Manschette und sind zusätzlich mit einer speziellen Substanz versehen, die die Tiere von den jungen Bäumen fernhalten soll.

Maßnahmen wie die Durchforstung bilden einen wesentlichen Teil des Wirtschaftsplans für den Stadtwald für das kommende Jahr, über den die Ausschuss-Mitglieder anschließend im Rathaus abzustimmen hatten. Zunächst aber konnte Kämmerer Gerhard Schumacher verkünden, dass die Stadt im Forstwirtschaftsjahr 2017 deutlich mehr Gewinn gemacht hat als veranschlagt: Ein um fast ein Drittel höherer Gewinn führt zu einem Überschuss von mehr als 20 000 Euro. Auch für das kommende Jahr bringt die Forsttätigkeit im Stadtwald, wenn alles nach Plan läuft, wieder einen kleinen Gewinn: Gesamtkosten von rund 49 700 Euro für die beiden eigenständigen Reviere Neuenrade und Affeln stehen erwartete Einnahmen in Höhe von rund 52 400 Euro gegenüber, was alles in allem einen Gewinn  von 2 700 Euro ergibt. Dieser soll durch den Verkauf von Holz aus Durchforstungsmaßnahmen erzielt werden.

An sechs Stellen im Neuenrader Revier sowie elf Stellen im Affelner Revier stehen solche Maßnahmen im kommenden Jahr an. Ganze 785 Festmeter kommen insgesamt zusammen. Fast 7500 Euro Nettoerlös etwa soll allein die Durchforstung eines Bereichs im Eschenbachtal bringen. Rund 220 Festmeter Holz von 45- und 42-jährigen Eichen sollen verkauft werden. Zwei Bereiche am Sülberg im Bezirk Affeln sollen zusammen mit 223 Festmetern Fichtenholz einen Nettoerlös von knapp 12 000 Euro bringen. Weitere Durchforstungsmaßnahmen an anderen Stellen sind deutlich kleiner, der Erlös übersteigt in der Regel aber die Kosten.

Deutlich sichtbar ist im Stadtwald – und damit auch im Wirtschaftsplan – noch der Sturm Kyrill: Die Wiederaufforstung ist inzwischen abgeschlossen, aber die noch jungen Bestände bedürfen weiterhin besonderer Pflege. Ausgaben verursachen daneben etwa Windschutzmaßnahmen und die Instandhaltung von Wegen. Andererseits, so betonte der Neuenrader Revierleiter Franz Stein, habe sich Kyrill eben auch deutlich auf der Einnahmenseite bemerkbar gemacht.

Der Ausschuss unter dem Vorsitz von Michael Beringhoff (CDU) stimmte dem Wirtschaftsplan für den Stadtwald schließlich einstimmig zu.

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