Stadtverwaltung ersteigert Haus für Flüchtlinge

Dieses Mehrfamilienhaus wurde ersteigert und nun in Schuss gebracht. - Foto: von der Beck

Neuenrade - Die Zahl der Flüchtlinge steigt kontinuierlich, die Stadtverwaltung musste reagieren. So wurde in diesen Tagen für rund 100 000 Euro ein Mehrfamilienhaus am Amtsgericht Altena ersteigert. Das gab Bürgermeister Antonius Wiesemann bekannt.

Das Mehrfamilienhaus steht an der Eichendorffstraße 10 im Randbereich eines Wohngebietes. Zum Hintergrund: Der wachsende Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern habe Neuenrade erreicht. Das Hauptproblem sei, dass es zu wenig geeigneten Wohnraum in Neuenrade gebe. Vorrangig müssten daher Unterkünfte geschaffen werden, auch müssten die Menschen, welche oft unter Lebensgefahr ihre Heimat verlassen hätten, kontinuierlich betreut werden, erläuterte der Bürgermeister in einem Pressegespräch. Solche „inhumanen Vorfälle“, wie jüngst im Land vorgekommen, möchte man auf keinen Fall haben.

Die Stadtverwaltung reagiert nun recht zügig auf den Anstieg der Flüchtlingszahlen (wir berichteten). So wurde eben das Mehrfamilienhaus gekauft. Angesichts des zu erwartenden Flüchtlingsstroms wurde ein Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis eingestellt, der Hausmeisterfunktionen am bestehenden Flüchtlingsheim (Am Brunnenbach) und demnächst eben auch im neuen Asylbewerberheim an der Eichendorffstraße leisten wird. Dabei geht es nicht nur um die Gebäudepflege sondern auch auch um die Betreuung der Flüchtlinge. Der neue – mehrsprachige – Mitarbeiter soll auch Ansprechpartner sein, soll sich kümmern und die neuen Neuenrader auch über allerlei deutsche Gepflogenheiten informieren. Es geht eben dabei „um die Förderung des humanen Miteinanders“, so formulierte es der Bürgermeister. Konkret stehen in dem neuen Gebäude knapp 410 Quadratmeter Wohnfläche für geplante 19 Zimmer zur Verfügung. Vor dem Bezug sind Renovierungsarbeiten nötig. Das Gebäude bekommt ein neues Dach. Auch die Versorgungsanlagen (Heizung, Wasser) müssen gemacht werden.

Aktuell gibt es rund 50 Flüchtlinge, die in einem Haus wohnen oder eben, je nach familiärem Stand, auf das Stadtgebiet verteilt wurden. Angesichts der jüngsten Meldungen, dass die Landesregierung die Zuschüsse für die Kommunen erhöhen will, bleibt Bürgermeister Antonius Wiesemann misstrauisch. „Warten wir ab. Was oben beschlossen wird – und was dann hier ankommt“.

Die Kostenpauschale pro Flüchtling soll von 3960 auf 4950 Euro erhöht werden, meldet ein Landtagsabgeordneter.

-Von Peter von der Beck

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