Stadtteilversorgung der besonderen Art

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Udo Pietron-Moch. ▪

NEUENRADE ▪ Er packt die Tüten, dann schnappt er sich noch die beiden schweren Einkaufstaschen der behinderten Frau und bringt ihr die Sachen ins Haus. Ein selbstverständlicher Service für den Balver Udo Pietron Moch. Der Kaufmann ist seit neun Jahren mit seinem motorisierten Lebensmittelgeschäft in Balve und Neuenrade unterwegs. Überall hat er seine Stammkunden.

Dass er diesen Job macht, das ist Zufall. Sein Vorgänger hörte mit dem mobilen Verkauf auf, Udo Pietron-Moch hörte davon, kaufte ihm den Wagen ab. Seitdem ist er unterwegs. Recht teuer ist der Transport der Lebensmittel. Das Gefährt schluckt satte 28 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Deshalb ist für Pietron-Moch klar: „Stehen muss er, die Leute müssen kommen und einkaufen“. Doch – „es wird schlechter“, sagt der Kaufmann. „Die Leute bekommen immer weniger. Viele erhalten kein Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld“. Zudem würden die Leute immer mobiler. So zählt er zum Großteil die Älteren zu seinen Kunden. Hier hat er seine Stammkunden. Ob Wurst, Obst, Tiefkühlprodukte, Kippen, Käse, Chips, Makrelen oder Getränke – er hat alles, was das Herz begehrt an Bord. Und was er nicht dabei hat, bringt er eben auf der nächsten Tour mit. Die Einkäufe bringt er manchmal bis zum Kühlschrank, er hält ein Schwätzchen mit den Kunden, trinkt zuweilen „ein Käffchen mit ihnen“. Dass ist eben das Sahnehäubchen bei seiner Arbeit. Das bereitet dem Mittfünfziger Freude.

Er hat seine Touren festgelegt. Nach dem Beladen startet er gegen 10 Uhr, die Tour beendet er um 17 Uhr. Mittwochs ist er immer in Küntrop und Neuenrade, donnerstags tourt der Kaufmann mit seinem rollenden Lebensmittelladen durch Balve, Frühlinghausen und Garbeck und freitags ist dann Sanssouci und Beckum an der Reihe. Ein Tour durchs Industriegebiet schenkt er sich. „Da sind doch schon die Bäcker unterwegs“, sagt Udo Pietron-Moch, startet den Diesel und macht sich auf zum nächsten Kunden. ▪ Peter von der Beck

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