Wasserschaden

Stadtmuseum Neuenrade ist wieder in Betrieb

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Volles Haus im Neuenrader Stadtmuseum: Hier wird gerade ein neues Museums- Exponat – eine Fotografie – entgegengenommen. Die Betreiber freuen sich.

Neuenrade - Als hätten die Heimatfreunde nur darauf gewartet: Volles Haus konnte am Sonntag das Neuenrader Stadtmuseum melden.

Nach monatelangen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten steht das inzwischen über die Grenzen Neuenrades hinaus bekannte Kleinod wieder dem Publikum zur Verfügung.

So tummelten sich am Sonntagnachmittag etliche Besucher und erfreuten sich an den Dokumenten aus der Vergangenheit, an Exponaten, die sie zum Teil selbst noch einst benutzt hatten: Zum Beispiel die guten alten Vaterlandfahrräder.

Uralte Ausstellungsstücke wirken wie aus einer anderen Welt

Darunter jenes elegante, himmelblaue Modell für Damen, das am hinteren Schutzblech dekorative Stofffäden aufweist – ein Schutz, damit der Rock nicht in die Speichen gerät.

Jüngeren Besuchern erscheinen dagegen Ausstellungsstücke wie die Wechselgeldmaschine oder Uralttelefone wie aus einem anderen Universum. Musikinstrumente, Uniformen, Schniewindtpfanne und sogar diverse Flinten oder eine erstaunlich fein gearbeitete mittelalterliche Streitaxt machen aus dem Museum eine wirklich ansehnliche Einrichtung.

Der Museumsbesuch, man trifft dabei immer auf mindestens einen Verantwortlichen des Museumsteams, ist kurzweilig. Zum Auftakt wurden die Besucher nett begrüßt, das Museumsteam befasste sich mit den Besuchern, wer wollte, bekam einen Schnaps und Knabbereien. Ulrike Wolfinger kümmerte sich.

Ganz begeistert sind Klaus Peter Sasse und Awerd Riemenschneider von dem Service mit Neuenrader Motiven.

Neue Exponate fürs Museum hatten Besucher ebenfalls dabei: Sigrid Sönnicken brachte das Bild einer Fußballmannschaft mit, das wohl Ende der 50er- oder Anfang der 60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts abgelichtet worden war. Zumindest sahen die Trikots aus wie aus jenen fußballerischen Glanzzeiten.

Das Museum war nach einem Wasserrohrbruch mehrere Monate geschlossen

Über einen ganzen Karton voller Exponate freuten sich der Heimatvereinsvorsitzende Awerd Riemenschneider und Klaus Peter Sasse vom Museumsteam: Ein mehrteiliges Service mit Neuenrader Motiven, das Paul Bludau dem Museum zukommen ließ, welches er wiederum von einem Ehepaar aus Eslohe hatte, das seine Wurzeln in Neuenrade hat und das Service aus einem Nachlass nun zur Verfügung gestellt hatte.

Mehrere Monate war das Museum geschlossen. Grund war ein Wasserrohrbruch im sanitären Bereich des Museums am 6. März. Der Boden war sehr in Mitleidenschaft gezogen, zudem war die darunter liegende Lehmverfüllung durch das Wasser geschädigt worden. Dabei hatten die Museumsbetreiber Glück im Unglück: Kein einziges der Exponate wurde beschädigt.

Gleichwohl nahm die Renovierung viel Zeit in Anspruch: Der Boden musste erneuert, die alte Lehmfüllung entsorgt und durch neue Lehmpellets ersetzt, die Wände neu gestrichen werden. Im Zuge der Arbeiten wurde auch eine feuchte Außenwand des denkmalgeschützten Gebäudes abgedichtet.

Nun präsentiert sich das Museum auch größer: Im vor deren Bereich konnte ein bislang anderweitig genutzter Raum als Ausstellungsfläche dazu gewonnen werden. Das Museumsteam hat schon Verwendung dafür. Auch sollen neue Sonderausstellungen das Museum attraktiver machen.

Öffnungszeiten und Kontakt zum Stadtmuseum

Das Neuenrader Stadtmuseum (unter Obhut des Vereins für Geschichte und Heimatpflege) mit den Abteilungen Stadt-, Industrie und Verkehrs- und Postgeschichte ist regelmäßig an jedem 3. Sonntag des Monats, in der Zeit von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Zu sehen gibt Exponate wie Musikinstrumente, Urkunden, Karten, Uniformen und Gerätschaften im Zusammenhang mit den jeweiligen Themen.

Sonderführungen sind nach Absprache möglich. Kontakt: Dr. Rolf Dieter Kohl, Tel. 0 23 92 /6 19 91; Heinz-Werner Turk, Tel. 0 23 92 / 6 44 64; und Klaus Peter Sasse, Tel. 0 23 92 / 64 92 65.

Von Peter von der Beck

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