Nachlass

Stadtmuseum bekommt Exponate aus jüngerer Geschichte

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Stadtarchivar Dr. Rolf Dieter Kohl mit Gerd Besser (rechts) und der Bibel, die aus dem Nachlass fürs Museum zur Verfügung gestellt wurde.

Neuenrade - Das Stadtmuseum Neuenrade freut sich über neue Exponate aus der jüngeren Neuenrader Geschichte. Diese stammen aus dem Nachlass der Familie Heinrich Besser.

Gerd Besser, Enkel von Heinrich Besser, stellte dem Stadtmuseum unter anderem eine Familienbibel von Friedrich Schroeder und dessen Ehefrau Martha Steinberg zur Verfügung.

Zu den Exponaten zählen auch Tuschezeichnungen von Martha Steinberg sowie eine Festschrift aus dem Jahre 1912, die zum 50-jährigen Bestehen der Turnabteilung des TuS Neuenrade publiziert wurde.

Die jetzt dem Stadtmuseum zur Verfügung gestellten Exponate wurden von Gerd Besser bei Aufräumarbeiten auf dem Dachboden des elterlichen Hauses an der Bahnhofstraße entdeckt. Seine Recherchen ergaben, dass maßgeblich sein Großvater Heinrich Besser in den Besitz der Bibel und der Tuschezeichnungen gelangt ist.

Heinrich Bessers Leben endete tragisch

Heinrich Besser war einst über sechs Jahrzehnte in der Firma Metallwaren Schroeder beschäftigt, die vormals am Mühlendorf ihren Standort hatte. In einem Zeitungsartikel wird der damals 75-Jährige als „guter Geist“ bezeichnet, der auch im hohen Alter und im Rahmen seiner Möglichkeiten seinem Arbeitgeber zur Verfügung stand.

In Neuenrade zählte Heinrich Besser zu den bekannten Bürgern, wurde „Onkel Heini“ gerufen und sein Steckenpferd war das Turnen beim TuS Neuenrade. Tragisch war sein Lebensende. 1980 wurde Heinrich Besser bei einem Verkehrsunfall im Kreuzungsbereich Erste Straße / Am Stadtgarten getötet.

Heinrich Besser war es auch, der an der Bahnhofstraße das respektable Haus der Familie Schroeder erwerben konnte, das bis heute von seinen Nachkommen bewohnt wird.

Woher er die Bibel hatte, ist unklar

Spekulation bleibt es, auf welchem Weg die Bibel in den Besitz von Heinrich Besser gekommen ist. Das sogenannte Widmungsblatt in der Bibel gibt Auskunft darüber, dass am 5. Januar 1908 in Soest ein Friedrich Schroeder (Metallwaren Schroeder) und eine Martha Sternberg kirchlich getraut wurden.

Vermutet wird, dass die Bibel später als gut gemeinte Geste dem langjährigen Schroeder-Mitarbeiter übergeben wurde. Dazu zählen auch die in einer Kladde aufgefundenen Tuschezeichnungen von Martha Sternberg, mit denen sie französische Motive festgehalten und mit ihrem Kürzel „MS“ signiert hat.

Der Stadtarchivar freut sich über die Neuzugänge

Die neuen Exponate haben bei Stadtarchivar Dr. Rolf Dieter Kohl besondere Aufmerksamkeit erfahren. Er bezeichnete die Exponate als „wesentlichen Beitrag und Bereicherung für die Neuenrader Historie“.

Die Exponate sind für den gebürtig aus Soest stammenden Dr. Kohl zusätzlich und zur Aufarbeitung der Soester Historie (speziell der Familienname Sternberg) von Bedeutung.

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