„Wir wollen jetzt anfangen“

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Christiane Frauendorf eröffnete als kommissarische Vorsitzende die Versammlung. ▪

NEUENRADE ▪ „Bei der Papstwahl dauert es immer lange, bis endlich der weiße Rauch aufsteigt – auch bei uns hat es lange gedauert, aber jetzt kann es losgehen.“ Klaus Peter Sasse griff zu einem großen Vergleich, als die Versammlung am Montagabend den Vorstand des Stadtmarketingvereins und die Leiter der Projektgruppen in ihr Amt gewählt hatte. Nach den Startschwierigkeiten des Vereins zeigten sich die Mitglieder jetzt voller Tatendrang.

Der Stadtmarketing-Verein solle Neuenrade konkurrenzfähig machen, sagte Christiane Frauendorf, die als bisherige kommissarische Vorsitzende die Mitglieder zur Versammlung begrüßte. Die Stadt überregional bekannt zu machen und die allgemeine Zufriedenheit der Bürger hat sich der Verein als Ziele auf die Fahnen geschrieben. „Die Einwohnerzahl soll möglichst steigen, aber wenigstens nicht sinken“, wünschte sich Christiane Frauendorf.

Bevor es mit der inhaltlichen Arbeit losgehen konnte, standen aber erst einmal Personalfragen auf der Tagesordnung. Die kommissarische Vorsitzende schlug Bürgermeister Klaus Peter Sasse als neuen Vorsitzenden des Vereins vor. Dieser wiederum wünschte sich Christiane Frauendorf als Stellvertreterin, beide wurden einstimmig gewählt.

Projektgruppen sollen für den Marketingverein Konzepte zu vielen verschiedenen Themen ausarbeiten. Die Projektgruppe „Wirtschaft/Banken/Dienstleister/Freie Berufe“ wird Ruth Echterhage leiten, die am Montagabend durch Bernhard Peters, Udo Brockhagen von der Sparkasse sowie Christoph Tyralla von der Volksbank vertreten wurde. Die Neuenrader Schulen und Wirtschaftsunternehmen sollen sich nach den Vorstellungen der Gruppe besser vernetzen. Um Fachkräfte zu halten, sei es außerdem wichtig, ein attraktiveres Wohnumfeld zu schaffen.

Heinz Friedriszik, der die Leitung der Projektgruppe Hotel & Gaststätten übernahm, griff ein Thema auf, das die Stadt bereits seit einiger Zeit beschäftigt. „Wir haben uns immer auf die Wirtschaft ausgerichtet und versäumt, uns um den Tourismus zu kümmern“, sagte er. „Wir müssen nach außen tragen, dass es sich lohnt, nach Neuenrade zu kommen“, stellte er das Ziel seiner Arbeitsgruppe vor.

Auch Daniel Zenker erntete viel Applaus für seine Vorschläge für die Projektgruppe Handwerk: Unter dem Motto „Handwerk: wer bin ich, was kann ich?“ möchte der Dachdecker einen Handwerkertag ins Leben rufen. „Bei einem Handwerker-Stammtisch könnten wir uns kennenlernen und gemeinsame Probleme besprechen“, schlug er vor, um die 100 Neuenrader Handwerksbetriebe besser zu vernetzen.

Schwierigkeiten gilt es auch im Einzelhandel zu lösen. Die Zeit sei noch nie so günstig gewesen für einen Marketing-Verein, befand Klaus Peter Sasse: „Denn die Situation in der Innenstadt war noch nie so ungünstig.“ Klaus Filter, Vorsitzender des Neuenrader Einzelhandelsverbandes und Leiter der Projektgruppe Einzelhandel, verwies ebenfalls auf die schwierige Entwicklung in den letzten Monaten.

In der Projektgruppe wolle man jetzt Ideen sammeln, um diese Probleme anzugehen. „Nicht nur Einzelhändler sollen mitmachen, sondern auch engagierte Bürger“, rief Filter auf. Auch die Leiter der Projektgruppen Gesundheit, Kreatives, Freizeit & Kultur sowie Allgemeine Tourismusförderung hatten zur Versammlung schon viele Vorschläge für ein schöneres Neuenrade mitgebracht.

Doch natürlich braucht es nicht nur viel Motivation, um etwas zu bewegen, sondern auch Geld. Zum Schluss verabschiedete die Versammlung daher die Gebührenordnung für den Marketingverein. Einzelhändler, Dienstleister und Handwerksunternehmen sollen demnach einen Mindestbeitrag von 60 Euro im Jahr zahlen, Einzelpersonen 18 Euro im Jahr. Die Mitgliedschaft für Kirchen, Vereine und sonstige Institutionen bleibt beitragsfrei. Die Stadt Neuenrade jedoch soll entgegen früherer Überlegungen auch Beiträge zahlen. Über die Höhe müsse aber noch der zuständige Fachausschuss entscheiden, erklärte der Bürgermeister.

Der Mindestbeitrag für Wirtschaftsunternehmen soll bei 120 Euro im Jahr liegen. Gerade hier erhofft sich der Vorstand jedoch auch höhere Beiträge. „Wir müssen jetzt werben, dass der eine oder andere für die gute Sache ein bisschen tiefer in die Tasche packt“, rief Klaus Peter Sasse die Vereinsmitglieder auf.

Alle Wahlen fielen am Montagabend einstimmig aus – mit den Regularien wollte sich offenbar niemand lange aufhalten. „Jetzt haben wir genug geredet“, fasste Sasse die Stimmung der Anwesenden zusammen. „Jetzt wollen wir anfangen!“ ▪ Constanze Raidt

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