Ausstellungen als Gesamtkunstwerk

Ein Werk von Löhrmann. Es wird mit Jazz präsentiert.

NEUENRADE ▪ Wenn die Organisatoren des forumneuenrade in der Neuenrader Stadtgalerie eine Ausstellung vorbereiten, dann arbeiten sie auch an einem Gesamtkunstwerk. Denn Bilder sollen wirken.

Mit der Suche nach Künstlern und dem anschließenden simplen Aufhängen der Werke ist es also nicht getan. Eine Ausstellung ist ein umfassendes Projekt mit Vor- und auch Nachbereitung. Annette Kögel, Leiterin der Abteilung bildende Kunst des forumneuenrade, Irmhild Hartstein, aber auch Bürgermeister Klaus Peter Sasse leisten ihren Beitrag und hoffen, dass es gelingt. Am Ende sind die Künstler jedenfalls zufrieden. Annette Kögel: „Wir haben sehr positives Feedback. Die Künstler sind begeistert, freuen sich darüber, dass viele Besucher zu ihrer Ausstellung gekommen sind“.

Lange vor den Ausstellungen setzen sich die ehrenamtlichen Neuenrader Kulturmanagerinnen und Künstler wie Reusch zusammen, schreiben die Ausstellung aus. Die Bedingung: Es müssen hauptberuflich arbeitende Künstler sein, die möglichst aus NRW stammen sollten. Irmhild Hartstein: „Wir wollen schließlich nicht der Prophet im eigenen Land sein, wir wollen über unseren Tellerrand hinausschauen“. Bewerbungen außerhalb der Ausschreibungen erscheinen ihr dabei auch nicht sinnvoll, sagte Hartstein. Bürgermeister Klaus Peter Sasse, Erster Vorsitzender des forumneuenrade, engagiert sich auch über das nötige Maß hinaus für die bildende Kunst. Zumindest nimmt er die Angelegenheit sehr ernst. Mit den ausgewählten Künstlern macht er einen Termin, besucht sie persönlich. Und hat damit ein gute Grundlage für seine jeweilige Rede zur Vernissage. Als Sasse jüngst den Künstler Rolf Löhrmann besuchte, erfuhr er, dass dieser ein großer Jazz-Fan ist. Nun gibt es Jazz-Musik zur Vernissage „Zwischenräume“. Und Irmhild Hartstein hat sich umgehört, und nun eine renommierte Jazz-Kapelle aufgetan, die zur Vernissage aufspielt. Two for the Road heißt die Truppe, welche in der vom forumneuenrade organisierten Ausstellung am 4. Oktober „Kammermusikalischen Jazz“ spielen wird. Auch bei einer anderen Ausstellung hatten sich die Neuenrader Kunstmanager aus forum und Verwaltung Gedanken gemacht, hatten die eingeladenen Musiker gebeten, zum Ausstellungsmotto passende Stücke zu spielen. Die Musiker machten dabei gerne mit.

Die Stadtgalerie Neuenrade ist zudem eine Besonderheit. Sie dient normalerweise als Aula für den Schulkomplex Niederheide. Innerhalb kürzester Zeit verwandeln aber Stellwände und Leuchten die Aula in einen ansehnlichen Ausstellungsraum. Die Ausstellungen in der Stadtgalerie ziehen Kreise, die Besucher kommen nicht nur aus Neuenrade. Die Künstler freut das. Vor allem wenn sie als Freischaffende auch Geld verdienen. Denn in Neuenrade wird auch verkauft. Das geschieht diskret während der Ausstellung: „Machen Sie doch mal einen roten Punkt daran“, raunen die Käufer dann Annette Kögel zu.

Peter von der Beck

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