Die Freiwillige Feuerwehr und der enorme ehrenamtliche Aufwand

Neuenrade - Karsten Runte ist kein Mann der vielen Worte. Und so präsentierte der Stadtbrandinspektor im Rahmen der Hauptausschusssitzung kurz, knapp und sachlich einen mit Daten und Fakten gespickten Bericht über den Umfang der Arbeiten, welche die Freiwillige Feuerwehr Neuenrade mit ihren Löschzügen leistet.

Von Peter von der Beck

Angesichts der Fülle der Aufgaben, angesichts des Stundenkontingents, angesichts der Zahl der Einsätze war manch eines der Ausschussmitglieder sicher überrascht vom Aufwand, den die Ehrenamtlichen Feuerwehrmänner hier leisten müssen – ganz abgesehen von der Verantwortung, die jeder einzelne im Einsatz trägt.

Allein die Zahl der Einsätze ist schon gewaltig: 260 waren es im vergangenen Jahr. Also mehr als jeden zweiten Tag musste die Feuerwehr raus. 11095 Stunden leisteten sie dafür insgesamt. Und wer da meint, dass in Neuenrade und den Ortsteilen ständig Feuer gelodert hätten, der wurde eines Besseren belehrt. „Brände waren es relativ wenig“, sagte Runte. Und so machten die sogenannten First-Responder-Einsätze (Erste, professionelle Hilfe bei akuten Krankheitsfällen) mit 167 an der Zahl den Großteil aus. Der Rest verteilt sich auf Hilfeleistungen bei Unfällen oder bei Einsätzen in anderen Orten. Meist muss der Löschzug 1 ausrücken, häufig auch die Affelner und dann die Küntroper. Es gibt auch Großeinsätze, wo alle zusammen aufkreuzen müssen. Die Einsatzdauer variiert von einer halben Stunde bis zu 12 Stunden. Es gibt gesetzlich Vorgaben wie schnell und in welcher Stärke die Feuerwehr am Ort des Geschehens sein muss: Acht Minuten nach Alarmierung mit neun Mann und einem Löschfahrzeug. Bei Großbränden mit noch größerem Kontingent.

Gewaltig ist das Aufgabenspektrum: Angefangen bei Tierkadavertransport über technische Hilfeleistungen aller Art, Brandschutzerziehung im Kindergarten, Brandwachen bei Veranstaltungen, die Aufrechterhaltung einer Jugendfeuerwehr, Ausbildung, Fortbildung und dann noch allerlei Hilfen wie Dachrinnen an der Kirche reinigen, Aufbauhilfen bei diversen Festivitäten, technischer Dienst an Geräten, jede Menge Verwaltungskram und und und. 108 Feuerwehrmänner müssen all das in ihrer Freizeit leisten. Neun Stunden Arbeit, eben nach Hause und dann noch zwei drei Stunden Feuerwehr – da müsse die Familie mitziehen, sonst funktioniere es nicht, hieß es von Karsten Runte. Auch die Arbeitgeber müssen ran, müssen ihre Leute freistellen, auch für die diversen Fortbildungen, die nötig sind, um als Feuerwehrmann in den Einsatz zu gehen. Da brächten die Neuenrader Arbeitgeber viel Verständnis auf, hieß es dankbar.

Angesichts des enormen Aufwandes für die Ehrenamtlichen und angesichts moderner Lebensumstände fällt es Runte zunehmend schwer Nachwuchskräfte zu finden, zu binden und für den Einsatz auch parat zu haben.

Wie dem auch sei: Bürgermeister Klaus Peter Sasse betonte: „Wir können dankbar sein, dass wir so eine schlagkräftige Truppe in Neuenrade haben.

Rubriklistenbild: © picture alliance / ZB

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