„Die Viertel werden älter“

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Der Spielplatz am Wall ist der meist frequentierte in Neuenrade und wird vor allem von den Grundschülern ausgiebig genutzt.

Neuenrade - Rund 20 000 Quadratmeter Spielplatzflächen gibt es im Neuenrader Stadtgebiet. Im Rahmen der Ausschuss-Sitzung für Schule, Soziales, Jugend und Sport wurde der Vorschlag unterbreitet, sich mit den öffentlichen Flächen zu beschäftigen. Die Stadt will nun im Laufe des Jahres prüfen, ob der Haushalt durch Einsparungen in dem Bereich entlastet werden kann.

„Die gesellschaftlichen Veränderungen des demographischen Wandels sind ausschlaggebend. Vor längerer Zeit sind Wohnviertel entstanden, wo Leute mit Kindern hingezogen sind. Dort sind dann auch Kinderspielplätze entstanden“, so Marcus Henniger, Leiter des Bauamtes Neuenrade. Heute jedoch sei der Bedarf für die Plätze oft nicht mehr vorhanden, da die Kinder erwachsen geworden und weggezogen seien. „Die Viertel sind älter geworden, ein Spielplatz deshalb oft nutzlos.“

Hilfe holen sich die Stadtmitarbeiter bei der Überprüfung der Plätze von den jeweiligen Spielplatz-Paten. Diese - je eine Person pro Spielplatz - gibt es seit Ende des vergangenen Jahres nach einer Initiative der jungen Union. Sie unterstützen die Mitarbeiter des Bauhofes bei der artgerechten Gestaltung der Flächen und melden Beschädigungen oder Gefahren. „Wenn größere Reperaturen anstehen, sperren wir zur Sicherheit die jeweiligen Spielplätze, bevor jemand zu Schaden kommt“, erklärte Henniger. Stadtmitarbeiter Klaus Korte soll nun die Auslastung der Neuenrader Kinderspielbereiche, in Absprache mit den jeweiligen Paten, prüfen.

Insgesamt gibt es in Neuenrade 28 Spielplätze. 17 davon befinden sich in Neuenrade, fünf in Affeln sowie je zwei in Küntrop, Altenaffeln und Blintrop. Ausgenommen in der Aufstellung sind dabei die Spielbereiche von Kitas, Bolzplätze oder Skaterparks. Diese 28 Spielplätze bieten den Neuenrader Mädchen und Jungen im Schnitt pro Kind etwa 9,9 Quadratmeter Spielfläche. Diese liegt somit über der Empfehlung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), die für die Kommunen „eine bedarfsgerechte Spielplatzplanung“ von 8,5 Quadratmeter pro Kind angeben. „Diese erfüllen wir ohne wenn und aber“, so der Baumamtsleiter. Sieben der Spielflächen seien gepachtete Bereiche, die restlichen gehören der Stadt Neuenrade. Zumindest die ungenutzen, gepachteten Flächen sollen nach Ablauf der Verträge zurückgegeben werden. Bei den restlichen Plätzen könnten Spielgeräte abgebaut werden, die eventuell an besser frequentierten Orten wiedererrichtet werden. „Eine Idee ist, wenigere, dafür aber qualitativ bessere Spielplätze zu erhalten. So wollen wir Unterhaltungskosten einsparen“, meinte Henniger.

Von Benny Finger

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