Stadt setzt auf den e-Wolf als Dienstfahrzeug

+
Das ist der Neue: Der e-Wolf Delta 1 fährt mit einer Tankfüllung aus der Steckdose rund 100 Kilometer. ▪

NEUENRADE ▪ Was haben der 230 Kilometer pro Stunde schnelle Sportwagen e-Wolf Alpha Race und das neue Dienstfahrzeug der Neuenrader Stadtverwaltung gemeinsam? Sie fahren elektrisch. Jetzt einigten sich Bürgermeister Klaus Peter Sasse und Frank Maiworm bezüglich der Konditionen für die Anmietung eines Elektrofahrzeugs, das der Neuenrader Unternehmer unter dem Namen e-Wolf vertreibt.

Maiworm hat die Zeichen der Zeit ebenso erkannt wie die Neuenrader Stadtverwaltung und ist auf den grünen Zug aufgesprungen. Der vielseitig engagierte Unternehmer fungiert unter anderem als Geschäftsführer der Firma e-Wolf mit Sitz in Frechen. Im Zeichen des Wolfes entstehen dort vornehmlich Nutzfahrzeuge mit elektrischen Antrieben. Dabei erfinden die Ingenieure, die zum großen Teil aus dem Formel-1-Umfeld stammen, das Rad nicht neu. Sie greifen auf Großserienchassis zurück, die sie aufwändig umbauen, den Antriebsstrang und alle dazu gehörigen Komponenten ersetzen und eine entsprechende Homologation erwirken. Das Modell, das bei der Neuenrader Stadtverwaltung einem vierköpfigen Team zur Verfügung steht, basiert auf einem Fiat Panda. Von außen ist der Wagen kaum von seinem benzingetriebenen Pendant zu unterscheiden.

Lediglich das Fehlen der Auspuffanlage lässt erahnen, dass hier ein alternativer Antrieb unter der Haube werkelt. Wie Sasse betont, stand bisher keinem im Team ein Dienstwagen zur Verfügung. Dementsprechend rechnen Bürgermeister, der stellvertretende Bürgermeister Dierk Rademacher, Kämmerer Gerhard Schumacher und Bauamtsleiter Marcus Henninger ihre Dienstfahrten im privaten Fahrzeug nach den üblichen Konditionen ab.

Nun parkt der e-Wolf Delta 1 vor dem Rathaus und kann von jedem der vier für Dienstfahrten benutzt werden. Eine „Tankfüllung“, die etwa zwei Euro kostet, reicht für rund 100 Kilometer. „Absolut ausreichend“, ist sich das Fahrerteam einig und hat sich bei Testfahrten von den Qualitäten des kleinen Fiat überzeugen lassen. „Der Fahrspaß kommt nicht zu kurz“, ergänzt Sasse.

Die Dauerleistung gibt der Hersteller mit 18 Kilowatt an, für 30 Sekunden können bis zu 36 Kilowatt abgerufen werden. Das reicht aus, um den 1020 Kilogramm schweren Kleinwagen auf mehr als 100 Kilometer in der Stunde zu beschleunigen.

„Uns steht dieses Fahrzeug vorerst bis zum 31. Dezember 2013 zur Verfügung“, informiert das Stadtoberhaupt und sieht die Hönnestädter in der Rolle eines Vorreiters. Sasse rechnet nicht nur monetäre Faktoren ein, die ökologischen seien mindestens genau so wichtig. Nichtsdestotrotz würde sich das Fahrzeug rechnen und soll die Bevölkerung auf den unvermeidbaren Systemwechsel aufmerksam machen.

„Mit Frank Maiworm bin ich ständig im Kontakt – auf den unterschiedlichsten Gebieten“, erklärt der Bürgermeister, wie das Projekt begann. Sasse nahm auch an der Eröffnung des e-Wolf-Centers teil und besuchte die Vorstellung des Monoposto Alpha Race auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA). Dort habe er sich einen persönlichen Eindruck von den Produkten des Neuenrader Unternehmers gemacht.

In Bezug auf Unterhaltskosten und Wartungsaufwand seien elektrisch angetriebene Fahrzeuge den Verbrennern klar überlegen. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich die neue Technologie flächendeckend durchsetze. Die ersten Schritte seien gemacht, Maiworm und die Stadt Neuenrade zählen zu den Wegbereiteren. In etwa zwei Wochen will die Stadtverwaltung ihre neueste Errungenschaft offiziell vorstellen.

Sasse schließt weitere Investitionen in eine vom Öl unabhängigere, mobile Zukunft nicht aus und denkt zum Beispiel an den Omega Mini, einen Kleinsttransporter, der perfekt für die innerstädtische Müllentsorgung geeignet wäre. Prospekte und Datenblätter liegen schon auf seinem Schreibtisch. ▪ maj

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare