Stadt kauft Industriebrache: Ehemalige Galvanik wird saniert

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Die ehemalige Galvanik Kerkenberg e. K. wird abgerissen. Das Gelände wird saniert.

Neuenrade - Die Stadt Neuenrade ist Eigentümerin einer Industriebrache. Der Kaufvertrag für die ehemalige Galvanik an der Oststraße/Ecke Industriestraße wurde jüngst unterschrieben. Der Plan: Das Gebäude soll abgerissen werden, die Altlasten werden entsorgt. Anschließend soll das Gebäude weiterverkauft werden.

Noch vor Bürgermeister Antonius Wiesemanns Zeiten hatte sich die Verwaltung mit dem Thema befasst und diverse Gespräche geführt und im Januar 2016 war die Angelegenheit eigentlich weitgehend stramm gezogen. Doch erst jetzt konnte der Kaufvertrag gemacht werden.

Bei der Brache handelt es sich um die ehemalige Galvanik Kerkenberg e.K., die noch bis vor einigen Jahren in Betrieb war. Allerdings – am 8. Februar 2012 wurde über das Unternehmen das Insolvenzverfahren eröffnet. Wie Henninger seinerzeit durchblicken ließ, hätte wohl ohne Hilfe der Stadt keine Möglichkeit bestanden das Grundstück zu verwerten. Mit den Altasten einer Galvanik finde sich bestimmt kein Käufer. Indes: Nach einer Sanierung bestehen durchaus Möglichkeiten, das Grundstück an interessierte Unternehmen zu verkaufen, hieß es. Unmittelbarer Nachbar ist zum Beispiel die Firma Klaes, die Kunststoffteile produziert.

AAV übernimmt 80 Prozent der Kosten

Am Montag betonte Henninger auf Nachfrage dann noch einmal: Das Objekt wäre „uns doch irgendwann vor die Füße gefallen.“ Dann hätte man möglicherweise ohnehin aus Sicherheitsgründen als Stadt einschreiten müssen. Für die Dekontamination des Grundstücks, das knapp 1400 Quadratmeter groß ist, findet sich nun eine Option. So gibt es inzwischen die Übereinkunft mit dem AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (Land, Kommunen und Wirtschaft sind beteiligt) der 80 Prozent der Entsorgungskosten übernimmt. Der Vertrag ist nun gemacht.

„Die werden das mit uns sanieren“, sagte Henninger. Was die verbliebenen 20 Prozent der möglichen Summe anbelangt, so würden sich „die Stadt Neuenrade und der Märkische Kreis“ die Kosten teilen.

Entsorgungsverband kümmert sich um die Planung

Jetzt geht es um die Planungen für Rückbau und Sanierung, um die sich der Entsorgungsverband kümmern wird. Henninger hofft, dass das in diesem Jahr noch funktioniert. Doch der Verband habe Schwierigkeiten, einen Gutachter zu bekommen. Das sei ja ein aktuelles Phänomen.

Das Worst-Case-Szenario für die Entsorgungskosten bezifferte Henninger schon einmal mit 500 000 Euro. Nach Entsorgung könne das Grundstück dann zu einem guten Preis an einen Interessenten verkauft werden. Der Verkaufspreis werde natürlich anteilig auch auf die Förderung angerechnet.

Am Ende würde der Stadt Neuenrade das gesamte Projekt wohl nur relativ wenig Geld kosten. Zudem hätte man ein ordentliches Grundstück und eine mögliche Erweiterungsfläche für Nachbarbetriebe.

Der Verband AAV wurde in NRW Ende der 80er Jahre nach einer Vielzahl von Umweltskandalen gegründet. „Für den Fall, dass niemand haftbar gemacht werden kann, entwickelte NRW eine bis heute einzigartige Lösung: den AAV. In ihm arbeiten das Land, alle Kommunen und viele Unternehmen partnerschaftlich zusammen, um Gefahren abzuwehren, die durch Altlasten entstehen, und um belastete Flächen zu recyceln“, schreibt der AAV in einer Veröffentlichung.

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