Kämmerer bringt den Haushaltsentwurf ein

Rekordinvestitionen trotz Corona-Pandemie

Digitale Lernmittel
+
Die digitale Infrastruktur der Schulen einschließlich diverser Lernmittel will die Stadt weiter verbessern.

Unter Pandemiebedingungen brachte Kämmerer Gerhard Schumacher am Mittwoch im Rahmen der Ratssitzung im großen Saal des Hotels Kaisergarten den Haushaltsentwurf ein.

Die Führungsmannschaft der Stadt Neuenrade plant für 2021 mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von rund 4,27 Millionen Euro. Im Ergebnisplan addieren sich die Erträge auf 22 235 500 Euro, die Ausgaben hingegen betragen 26 503 600 Euro. Gleichwohl wird in Neuenrade massiv investiert. Rund sechs Millionen Euro werden für Projekte ausgegeben. Schumacher sprach von einem Rekordwert für die Stadt.

Die neuen Finanzregelungen des Landes erlauben es dem Kämmerer die pandemiebedingten Kosten und Mindererträge auszubuchen. So bleibt – bereinigt – ein Fehlbetrag in Höhe von rund 390 000 Euro. Das führe nicht zur Verpflichtung, ein Haushaltssicherungskonzept aufzustellen, sagte Schumacher. Das ist gut, weil der Handlungsspielraum der Stadt so erhalten bleibt. Es gibt natürlich einen Haken. 2025 soll laut Landesregierung entschieden werden, ob die gesammelten Fehlbeträge gegen das Eigenkapital gebucht oder auf maximal 50 Jahre abgeschrieben werden können. Schumacher: „Hierdurch wird deutlich, dass die finanziellen Schäden dieser Pandemie auch künftige Generationen zu tragen haben werden.“

Millionenbetrag für die neue Kita

Zurück zu den Investitionen. Ein Teil der geplanten Ausgaben wird dabei durch Investitionszuwendungen des Landes, zweckgebundene Zuschüsse oder durch Verkauf von Grundstücken (Niederheide) refinanziert, wie Kämmerer Schumacher in seiner pandemiebedingten Kurzrede ausführte. Für den Neubau der Kita an der Straße In der Hönne hat die Stadt 1,8 Millionen Euro veranschlagt, davon muss der Löwenanteil fremdfinanziert werden.

Eine gute Neuigkeit gibt es für die Neuenrader. Schumacher sagte, dass die Verwaltung die Steuerhebesätze im kommenden Jahr nicht erhöhen werde. Die Hebesätze sollen „gegenüber den Vorjahren unverändert“ bleiben.

Drei Stellen mehr im Kita- und Sozialbereich

Das Zahlenwerk der Stadt für 2021 sieht auch nur so brauchbar aus, weil das Land mit Millionenzahlungen die pandemiebedingt geringeren Einnahmen bei der Gewerbesteuer kompensiert hat. 4,3 Millionen Euro waren im Herbst überwiesen worden – was grob der Differenz zwischen Planung und Einnahmeverlust entspricht. Schumacher wies dabei auf einen Umstand hin: Dabei habe sich im Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis auch gezeigt, „dass Neuenrade besonders von den stark fallenden Gewerbesteuereinnahmen betroffen“ sei. Auch die Liquiditätskredite sind inzwischen wieder angewachsen – sie betragen derzeit sieben Millionen Euro. Weitere wesentliche Ausgabenposten sind Personalausgaben in Höhe von 7,14 Millionen Euro (Plus 250 000 Euro wegen Tariferhöhung). Der Stellenplan für 2021 beinhaltet 1,3 Stellen mehr. Im Kita- und Sozialbereich sind es drei Stellen.

Stadt investiert in EDV-Infrastruktur

Für die Schulen nimmt die Stadt viel Geld in die Hand: So sind in dem Haushaltsansatz von 76 300 Euro für die Grundschule nicht nur neues Mobiliar in den Klassenräumen, sondern auch rund 60 000 Euro für Digitalisierungsmaßnahmen vorgesehen. Darin enthalten sind Präsentationshardware für 24 000 Euro und iPads für 16 000 Euro. An der Altenaffelner Grundschule ist Netzwerkverkabelung für 16 000 Euro vorgesehen hinzu kommt ebenfalls Präsentationshardware und iPads für 16000 Euro. An der Hönnequell-Schule wird der Informatikraum saniert; es gibt digitale Tafeln für 112 000 Euro, jede Menge iPads werden gekauft zum Preis von insgesamt 25 500 Euro, und in die Ausstattung des Computerraums werden 19 000 Euro investiert.

Wie gesagt: Reichlich Investitionen gibt es 2021. Für die Infrastruktur der Schulen wird viel Geld in die Hand genommen: Knapp 80 000 Euro für die EDV-Ausstattung der Burgschule plus 27 000 Euro für die Zweigstelle in Altenaffeln; 208 000 Euro sind für die EDV-Ausstattung der Hönnequell-Schule eingeplant – um nur eine Auswahl zu nennen. Im Bereich Straßenbau wird investiert: So sollen bei etlichen Straßen Deckensanierungen erfolgen. Auch Stadterneuerungsmaßnahmen im Rahmen der Konzepte Isek und Ikek stehen an.

Bleibt der Blick in die Zukunft: Die finanzielle Planung für die kommenden drei Jahre mündet 2024 in einen Überschuss in Höhe von rund 72 000 Euro.

Auch auf den Eigenbetrieb Stadtwerke ging Kämmerer Gerhard Schumacher ein. Die Stadtwerke schließen mit einem geplanten Jahresüberschuss von 765 000 Euro ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare