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Stadt im MK sucht händeringend Pächter für Gastronomiebetrieb

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Von: Peter von der Beck

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Der Kaisergarten gilt als Vorzeigeobjekt mit Alleinstellungsmerkmal.
Der Kaisergarten gilt als Vorzeigeobjekt mit Alleinstellungsmerkmal. © Peter von der Beck

Der Kaisergarten ist nicht nur in Neuenrade ein Begriff. Veranstaltungsort für 500 Personen, Bühne nebst moderner Technik plus Hotelbetrieb und Restaurant. Doch einen neuen Pächter hat die Kaisergarten GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Stadt, noch nicht gefunden. Dabei ist Engelbert Groke, der zusammen mit seiner Frau den Betrieb immer noch führt, längst raus. 14 Tage noch und dann ist eigentlich Schluss. Der Vertrag läuft bis Ende März.

Neuenrade ‒ Ursprünglich wollte Sebastian Holy den Betrieb übernehmen, doch er musste aus familiären Gründen kurzfristig absagen.

So dürfte auch nach dem 31. März zunächst vieles an Engelbert Groke hängen, der jedenfalls Zusagen bei einigen Kunden gemacht hat. Eine Firmengroßveranstaltung wird er noch machen sowie zwei Hochzeiten, damit die Paare Planungssicherheit haben. Derweil weiß er nicht, wie es mit dem Kaisergarten weitergehen wird. Dass immer mal wieder Interessenten durch den Betrieb geführt werden, kann er allerdings bestätigen.

Lokalpolitiker schauen derweil mit Argusaugen auf das Vorzeigeobjekt Neuenrades. Der Hotel- und Restaurationsbetrieb mit Veranstaltungssaal war schon häufiger mal Thema im Stadtrat. Zuletzt machte FWG-Fraktionschef Bernhard Peters eine Anmerkung und stellte die Frage, ob denn das vorhandene Konzept für den Kaisergarten zeitgemäß sei und ob man nicht einmal grundsätzlich über den Kaisergarten sprechen müsse. Vor allem, wenn kein Pächter gefunden werde. Man solle da in alle Richtungen offen sein, sagte Bernhard Peters auf Nachfrage. Zum Beispiel könne man ja über eine Abtrennung des Veranstaltungssaales nachdenken. Klar sei bei einem neuen Konzept, dass der wegen des Kulturbetriebes unbedingt erhalten bleiben müsse.

Die Verantwortlichen der Kaisergarten GmbH sind offenbar in Verhandlungen mit Interessenten. „Es wurde noch nichts unterschrieben,“ sagte Amtsleiter Marcus Henninger, der neben Kämmerer Gerhard Schumacher Geschäftsführer der GmbH ist. Henninger verweist auf das Alleinstellungsmerkmal des Kaisergartens mit seinen drei Standbeinen Hotel, Saal und Gastronomie, das tatsächlich in der Region und in dieser Kombination kaum ein zweites Mal zu finden ist. Konkret stehe man mit einem Interessenten in Verhandlungen. Das sei sicher „keine unbekannte Person“.

Henninger, Schumacher und Co. haben dabei durchaus Rahmenbedingungen für die Pächter. Henninger formulierte es so: „Uns ist daran gelegen, dass es von der Wertigkeit so bleibt, wie es ist.“ Gleichwohl hat die Verwaltung durchaus Spielräume, was Wünsche für das Interieur anbelangt. Man ist bereit zu investieren, das hatte man Sebastian Holy, der dann doch abgesprungen war, durchaus auch zugestanden. Doch Marcus Henninger sagte auch: „Wir haben relativ fixe Konditionen.“ Gleichwohl sei das Interesse an dem Objekt da.

Schon lange sucht die Verwaltung nach einem neuen Pächter. Die Corona-Pandemie, welche die Gastronomiebranche ohnehin schwer getroffen hat, der Personalmangel in der Branche – all das macht die Suche nach einem Pächter nicht einfacher. Wird der Kaisergarten nicht verpachtet, laufen die Kosten für das nicht gerade kleine Vorzeigeobjekt natürlich weiter.

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