St.-Lambertus-Gemeinde reagiert auf zunehmende Anzahl von Urnenbestattungen

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Mitglieder des Kirchenvorstands St. Lambertus Affeln und Bestatter Christian Oest informierten sich nochmals über die neue und pflegefreie Nutzung der Anlage.

Neuenrade - Auf dem kirchlichen Friedhof St. Lambertus Affeln werden zur Belegung ab sofort eine pflegefreie Urnenringanlage und alternativ pflegefreie Erdgräber über 30 Jahre Ruhezeit angeboten.

Das erklärte in dieser Woche Daniel Pohle, geschäftsführender Vorsitzender im St.-Lambertus-Kirchenvorstand. Hauptgrund für die pflegefreie Variante sei die Tatsache, dass zunehmend in der Familie oder im Bekanntenkreis des Verstorbenen niemand mehr verfügbar ist, der über drei Jahrzehnte die Grabstätte würdig und angemessen pflegen kann. 

Im Westteil des Friedhofs ist auf etwa fünf mal sechs Metern eine Urnenringanlage entstanden, die der Plettenberger Steinmetz Wulf Maslo entworfen und installiert hat. Die Anlage besteht aus drei nach oben gerichteten Marmorsäulen (Stelen), die am Boden von einer Marmorplatte umrahmt sind. Am äußeren Ring ist jeweils die Fläche für eine Urnenbestattung entstanden, insgesamt ist die Anlage für 20 Urnenbestattungen ausgelegt. 

Optisch sind zehn Ringe sichtbar, jeder Ring kann bis zu zwei Urnen (zum Beispiel Eheleute) aufnehmen. Nach Angaben von Daniel Pohle wird auf einem Kissenstein der Name des Verstorbenen, sein Geburtsdatum und sein Sterbedatum auf bronzeähnlichen Buchstaben zu lesen sein. 

Anlage kann 30 Jahre genutzt werden 

Die Urnenringanlage kann für 30 Jahre genutzt werden, die Friedhofssatzung wurde entsprechend geändert. Die Pflasterarbeiten um die Urnenringanlage wurden von der Firma Schulte-Maas, Affeln, vorgenommen. Während die gesamte Ausführung nach zwei Monaten beendet war, dauerten die Planungen erheblich länger. Die Nachhaltigkeit und die klare Formensprache lassen auch ausreichend Raum für eine individuelle Gestaltung (Blumen niederlegen, Grablichter aufstellen). Der Trauernde kann auf der klar definierten Urnenfläche den Verstorbenen ehren. Nicht zulässig auf der Urnenringanlage ist das Ablegen von Kreuzen oder Figuren. 

Friedhöfe entwickeln sich zunehmend zu einem Ort der Ruhe und des Gedenkens und gleichen fast einer Parkanlage. Auch in Affeln wird diese Entwicklung planerisch berücksichtigt, zumal auch die Anzahl der Urnenbestattungen zunimmt. Zwar lassen sich noch zwei Drittel der Verstorbenen traditionell im Sarg (Erdbestattung) zur letzten Ruhe betten, aber ein Drittel hat sich bei steigendem Trend für eine Urnenbestattung entschieden. Auch Bestatter Christian Oest kann von einem zunehmenden Trend zur Urnenbestattung berichten. 

Erdbestattungen im Ostteil 

Im Ostteil des Kirchenfriedhofs ist ein großer Teil für kommende Erdbestattungen in pflegefreier Form vorgesehen. Weitere Einzelheiten (zum Beispiel Kosten für eine Reihengrabstätte oder eine Wahlgrabstätte) können der neuen Friedhofsgebührensatzung entnommen werden, die von der Aufsichtsbehörde genehmigt wurde und ab sofort einsehbar ist. 

Die Verlagerung von Erd- zur Urnenbestattung wird aber nicht als schwierige Aufgabe angesehen und führe auch nicht, weil weniger Platz benötigt wird, zu denkbaren „Friedhofsüberhangsflächen“ sind sich die Beteiligten einig.

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