Stracke übernimmt Vorsitz des Pfarrgemeinderates

Josef Brockhagen (rechts) stellte sich nach acht Jahren als Vorsitzender nicht mehr für die Führung des Pfarrgemeinderates zur Verfügung. Hans-Jürgen Stracke sitzt dem Gremium nun vor.

NEUENRADE - An der Spitze des Pfarrgemeinderates der Pfarrei St. Michael Werdohl-Neuenrade hat es eine Veränderung gegeben. Zum vorerst letzten Mal trat Josef Brockhagen, der acht Jahre lang das Gremium angeführt hatte, am Samstag im Rahmen des Neujahrsempfangs als Vorsitzender des Rates vor das Publikum und berichtete im Neri-Haus über das zurückliegende Geschäftsjahr.

Nach zwei Legislaturperioden an der Spitze des Pfarrgemeinderates sei es an der Zeit für eine Veränderung gewesen, sagte Josef Brockhagen im Umfeld des Empfangs. Die Wahlen fanden in der vergangenen Woche statt und die Mitglieder der Gemeinderäte beider kooperierenden Gemeinden Werdohl und Neuenrade votierten für den Neuenrader Hans-Jürgen Stracke. Der an der Neuenrader Hauptschule tätige Religionspädagoge bildet zusammen mit seinem Stellvertreter, dem Werdohler Wolfgang Zimmermann eine Doppelspitze. Es sei keine klassische Hierarchie, vielmehr werde Stracke Seite an Seite mit Zimmermann die Aufgaben in Angriff nehmen, erklärte der neue Vorsitzende.

Brockhagen, der sich weiterhin als Vorsitzender des Neuenrader Gemeinderates sowie des Fördervereins in die Gemeinde einbringt, wolle sich künftig voll und ganz auf die Arbeit in der Hönnestadt konzentrieren. Im Vorfeld der Wahlen hatte der langjährige Vorsitzende verlauten lassen, dass er sich weder für das Amt des Vorsitzenden noch des Stellvertreters zur Verfügung stellen werde.

Bevor der Neujahrsempfang im glänzend besuchten Neri-Haus stattfand, feierten die Gläubigen in der Kirche einen Eucharistie-Gottesdienst. An einem Ort, für den die Neuenrader Gemeinde Geld sammelt, um den Anstrich zu finanzieren. Allein der Förderverein habe bisher rund 40 000 Euro eingesammelt, erklärte Brockhagen, auf dem zweckgebunden Konto der Pfarrei müssten sich weitere 15 000 befinden. Reichlich Geld, das aber wohl noch nicht ausreicht, um das Projekt in die Tat umzusetzen. Allerdings, so ließ Brockhagen durchblicken, wäre bald ein Volumen erreicht, mit dem man in die konkrete Umsetzungsphase eintreten könne. Denn: Mit entsprechenden Fördermitteln müsse die Umsetzung zeitnah realisierbar sein – vielleicht schon 2015.

Während seines Jahresberichts ging der ausgeschiedene Pfarrgemeinderatsvorsitzende auch auf die aktuelle Entwicklung in der Kirche ein, stellte hierzu ein paar Zahlen in den Raum. Im Bistum Essen seien 2013 4,6 Prozent der Mitglieder ausgetreten. Im Bistum Limburg mögen es gut und gerne ein paar mehr gewesen sein, konnte sich Brockhagen einen Seitenhieb nicht verkneifen. Die Quote der Pfarrei St. Michael Werdohl-Neuenrade lag 2013 bei 1,03 Prozent. Die katholische Kirche vor Ort scheint sich vom aktuellen Austrittstrend abkoppeln zu können. Hinsichtlich der Gründe, die die Gläubige zum Austritt aus der hiesigen Kirchengemeinde bewegen würden, meinte Brockhagen, dass die Ursachen mit Sicherheit nicht mit den exklusiven Wohnstätten und Badezimmern der Pfarrer zu tun hätten.

Im Rahmen des Neujahrsempfangs gab es für die engagierten Gemeindemitglieder genügend Zeit und Raum, sich auszutauschen, über Erfahrungen zu sprechen oder die zukünftige Entwicklung zu erörtern. Wie viel sich in Werdohl und Neuenrade bewegt, machten dann beispielhaft die Pfadfinder deutlich, die Bilder von ihren 72-Stunden-Aktionen präsentierten. - Von Markus Jentzsch

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