Kommunalwahl

Thomas Wette will Bürgermeister werden

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Im Saal des Kaisergartens präsentierte die Neuenrader SPD die Männer und Frauen, die in den Rat gewählt werden wollen. Allen voran geht Thomas Wette (Mitte), der von seiner Partei als Bürgermeisterkandidat gewählt wurde.

Neuenrade - „Wir werden diese Stadt rocken“, ruft Thomas Wette in den durch einen Vorhang abgetrennten großen Saal des Kaisergartens. Er ist am Dienstagabend von 17 anwesenden Parteimitgliedern zum Bürgermeister-Kandidaten der SPD gewählt worden.

Die Männer und Frauen klatschen und jubeln, Aufbruchstimmung ist spürbar. Das liegt wohl an der Wahl Wettes. Das liegt aber auch daran, dass sich unter den Genossinnen und Genossen im Saal sechs Neumitglieder befinden, die soeben von der Landtagsabgeordneten Inge Blask ihr Parteibuch erhalten haben. Die neuen Parteimitglieder finden sich auf der Kandidatenliste für September wieder. Anderthalb Stunden zuvor erläuterte Wette, seit 15 Jahren Vorsitzender des Neuenrader SPD-Ortsvereins: „Wir haben lange diskutiert. Uns ist es aber nicht gelungen, eine Bürgermeister-Kandidatin zu finden.“ Gleichwohl sei es aber nun so, dass in den 16 Wahlkreisbezirken acht Frauen antreten würden. „Die FWG hat drei Frauen auf ihrer Liste, die CDU zwei“, nannte der Parteivorsitzende Vergleichswerte.

Er will eine andere Politik

 Schließlich habe er sich selbst bereit erklärt, noch einmal in den Ring zu steigen. Zur Erinnerung: Vor zehn Jahren kandidierte Thomas Wette bereits einmal – damals gegen Klaus Peter Sasse. In seiner Dankesrede am Dienstagabend sagte er: „Ich möchte eine andere Politik ansetzen, als es sie in den vergangenen fünf Jahren gab. Ich möchte eine Teilhabe der Bürger und eine Berücksichtigung aller Stadtteile. Ich möchte es als Bürgermeister machen wie Sasse.“ Mehrfach vom Zwischenapplaus seiner Parteifreunde unterbrochen, verkündete Wette: „Es geht um Neuenrade. Denn wenn wir sehen, was in den vergangenen Jahren hier passiert ist, dann ist das sehr problematisch.“ Der Kommunalpolitiker bekräftigte: „Wir wollen eine moderne Stadt. Ich stelle mir den Bürgermeister einer Stadt so vor wie den Trainer einer Fußballmannschaft.“ Dann listet er die Problemfelder auf, die die Stadt seiner Ansicht nach drücken: „Ganz viele Firmen sind weggezogen. Es gibt aber keinerlei Neuansiedlungen“, begann er. Auch an Infrastruktur mangele es: „Sozialen Wohnungsbau in Neuenrade gab es zuletzt 1992“, zeigt er sich entsetzt. „Und zu allem Überfluss ist das Rathaus immer noch nicht barrierefrei zu erreichen.“

CDU stellt seit 57 Jahren den Bürgermeister

 Seit nunmehr 57 Jahren stellten die Christdemokraten den Bürgermeister in Neuenrade. „So kann es aber nicht mehr weitergehen“, zog Wette ein Fazit. Frank Bäcker, Kassenwart der Neuenrader Sozialdemokraten, assistierte ihm und stellte die Forderung auf: „Wir brauchen mindestens eine Kindertagesstätte in der Stadt mit einer 16-Stunden-Betreuung.“ Zu den Neumitgliedern sagte Bäcker: „18 Prozent Zuwachs an einem Abend: Das ist toll!“ Die Landtagsabgeordnete Inge Blask hielt während der Stimmauszählungen eine Rede zur Lage. Dabei freute sie sich zunächst darüber, dass die Grundrente nun beschlossene Sache sei. „Das bedeutet für ganz viele Rentner eine Menge Geld“, unterstrich sie. Als Nächstes lobte sie den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) für seine gute Corona-Politik. Im Zusammenhang mit der Nach-Virus-Zeit sprach die Sozialdemokratin von einem „Neustart der Gesellschaft“. Sie fragt sich dabei: „Wir können wir die Menschen, die wir in diesen Tagen beklatscht haben, endlich gut für ihre Arbeit bezahlen?“ Sie meine damit alle, die im Pflegebereich arbeiteten, Verkäuferinnen in den Geschäften, Polizisten und Rettungskräfte, führt sie aus. „Wir müssen aufhören, von unseren Krankenhäusern Profite zu erwarten“, vertieft die Landtagsabgeordnete das Thema noch. „Der Mensch muss wieder im Vordergrund unseres Gesundheitswesens stehen.

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