Mitsing- und Tanzverbot

Spaßbremse Corona beim „Rock im Wohnzimmer“

Die Band Sir Barley Grain eröffnete am Samstag das „Rock im Wohnzimmer“-Konzert auf der Niederheide. Das Quintett begeisterte das Publikum unter anderem mit Rock-Klassikern.
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Die Band Sir Barley Grain eröffnete am Samstag das „Rock im Wohnzimmer“-Konzert auf der Niederheide. Das Quintett begeisterte das Publikum unter anderem mit Rock-Klassikern.

Zwei Bands sollten beim „Rock im Wohnzimmer-Konzert für so etwas wie Normalität unter den Musikfans sorgen. Die hatten an den Darbietungen aber nur begrenzt Spaß, was wiederum an den behördlichen Auflagen aufgrund der Corona-Pandemie lag, für die viele Gäste wenig Verständnis aufbrachten.

Neuenrade – Mit „I love Rock ‘n’ Roll“, dem Klassiker der Band Arrows aus dem Jahr 1975, stieg die Band Sir Barley Grain, zu der kein Musiker dieses Namens gehört, in ihr 75-minütiges Konzert ein. Dass mit Matthias Igel ein Schlagzeuger am Mikrofon stand, war deutlich zu hören.

Der Bandname, der übersetzt in etwa „Herr Gerstenkorn“ heißt, unterstrich: Bei dieser Combo steht die Freude am Musizieren im Vordergrund. Das formulierte auch der tatsächliche Drummer der Gruppe, Karsten Fischer, kurz vor dem Auftritt so: „Was wir machen, soll in erster Linie Spaß machen. Wir spielen etwa auch die Pokemon-Titelmelodie in einer verrockten Version. Egal, was wir spielen: Hauptsache, es geht ab.“

Komplettiert wurde die Truppe durch Sandra Igel am Bass, Jürgen Wollenhenrich an der Gitarre sowie Dennis Schulte an den Keyboards. Entstanden ist Sir Barley Grain durch das erste Rock-im-Wohnzimmer-Konzert im Jugendzentrum Niederheide 2019. Nachdem im Vorjahr coronabedingt auf ein zweites Konzert verzichtet werden musste, gab es nun auf der Freifläche zwischen Jugendzentrum und Hönnequellschule nach zwei Jahren ein solches.

Sir Barley Grain traten bei dieser Gelegenheit erst zum zweiten Mal auf und begeisterten auch mit Songs wie „La Grange“ von ZZ Top und „The boys are back in town“ von Thin Lizzy. Die zweiten 75 Minten auf der Bühne gehörten dann der Punk'n'Roll-Gruppe Œlspur, die bereits zwei Jahre zuvor bei der Rock-im-Wohnzimmer-Premiere die Fans begeistert hatte.

Ebenso wie bei dieser Erstauflage der Konzertreihe gab es nun auch unter freiem Himmel die Gelegenheit, es sich auf Sofas gemütlich zu machen, was auch einige Besucher taten. Andere nahmen an den Bierzelt-Garnituren Platz. Die meisten nutzten jedoch an den Stehtischen die Gelegenheit näher am Bühnengeschehen zu sein, wo der von den Musikern verbreitete Spaß unmittelbar auf die Zuschauer überging.

„Wir sind nun an unseren angestammten Platz zurückgekehrt“, kommentierte Martin Schaefer, Vorsitzender des Vereins „Rock im Wohnzimmer“ den kurzfristen Umzug der Veranstaltung von der Gasse neben dem Kunstfenster auf die Niederheide. „Nun hoffe ich, dass die Konzertreihe sich allmählich in Neuenrade etabliert.“

Gelächter und Kopfschütteln lösten die Worte von Schaefers, aus, als er kurz vor Beginn des Konzertes die Zuschauer begrüßte und auf die Corona-Regeln hinwies. Er erläuterte, dass nicht getanzt und nicht mitgesungen werden dürfe, und dass – obwohl es sich um eine Open-Air-Veranstaltung handele – auf den Wegen vom oder zum Tisch Maske getragen werden müsse. Applaudieren sei erlaubt, aber Schaefer bat darum, dies nur am Platz tun. Besucher, die auf dem Gelände unterwegs seien, sollten nicht klatschen. Einem großen Teil des Publikums erschienen diese Vorgaben offenbar nicht schlüssig.

Der Vereinsvorsitzende selbst teilte am Rande der Veranstaltung mit: „Ich habe am Eingang einen ganz netten Menschen zurückweisen müssen, der keinen aktuellen Test vorweisen konnte. Das tat mir in der Seele leid, zumal der Mann angeboten hat, sich im Supermarkt einen Schnelltest zu besorgen. Den hätte ich aber auch nicht akzeptieren dürfen.“ Schaefer seufzte und schob hinterher: „Immerhin durften wir jetzt unter diesen Bedingungen die erste Veranstaltung in der Innenstadt seit anderthalb Jahren anbieten.“ Er rundete seinen Gedankengang ab: „Allerdings müssen wir um punkt 22 Uhr den Abend beenden.“

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