Spaß und Bewegung an der frischen Luft im Drachenwald

65 frisch gebackene Waldköniginnen und Waldkönige von der städtischen Kindertageseinrichtung Affeln feierten am Freitag den Abschluss ihrer zweiwöchigen Wald-Woche in und um die SGV-Hütte. -   Foto: Koll

NEUENRADE -   „Guck mal, was für einen besonderen Stein ich gefunden habe“, bittet ein Mädchen Elisabeth Voß. Die Leiterin der städtischen Kindertageseinrichtung Affeln betrachtet das Fundstück. „Das ist ein Drache ohne Flügel“, erklärt ihr das Kindergartenkind.

Am Freitag endete die Projektwoche im Wald für die 65 Mädchen und Jungen aus den drei Gruppen der Kita-Einrichtung. Aufgrund des schönen Wetters, so erläutert Voß, sei die Projektwoche auf zwei Wochen ausgeweitet worden.

„Die Kinder haben hier großen Spaß. Sie sind an der frischen Luft und bewegen sich viel, was ja hier auf dem unebenen Boden für manche schon eine Herausforderung ist“, weiß Voß.

Zu sehen sind indes im Moment nur eine Hand voll Kinder: von 65 Sprößlingen keine Spur. Sie erkunden gerade alle auf eigene Faust die Umgebung. Rot-weiße Flatterbänder sind rund um das SGV-Heim im Wald gespannt. „Weiter gehen die Mädchen und Jungen auch wirklich nicht“, hat Voß beobachtet. „Die Kinder halten sich wunderbar an die Regeln.“

Das sei einer der gewollten Effekte, die die Wald-Woche mit sich bringt: das Erlernen, wie wichtig es ist, sich an Vorschriften zu halten. Einige Kindergärtner, die Voß und die 65 Kleinen in den Wald begleitet haben, haben stets ein Auge auf die Wald-Erkunder.

„Die Kinder sind hier total frei“

„Morgens, nachdem wir von der Kita hierher gewandert sind, haben wir in der SGV-Hütte immer erst gemeinsam gefrühstückt“, berichtet Voß. „Das ist für die Kinder ja auch schon eine stramme Leistung, dieser weite Weg“, ergänzt die Kita-Chefin

Von Ermüdung allerdings keine Spur: Schon ist das nächste Mädchen da und präsentiert Voß ihren Eimer. Die Kleine hat Müll aufgesammelt, damit es im Wald künftig schöner aussieht. „Die Kinder sind hier einfach total frei“, freut sich Voß über diese Möglichkeit.

Auf dem Rasen vor der Hütte liegt ein großer Ast. Den haben, erinnert sich Voß, Kinder aus dem Wald herangetragen. „Darauf können sie perfekt balancieren“, hat die Einrichtungsleiterin beobachtet.

Ein bis zwei Mal pro Jahr gehen die Erzieher der städtischen Kindertageseinrichtung Affeln mit den Kindern zur Projektwoche in den Wald. „Auch die U3-Kinder nehmen wir dann mit. Das hat schon Tradition. Und dann schwirren die Kleinen hier aus und lernen spielerisch ganz viel.“

Zwischendurch wird im Wald auch gesungen. Darüber hinaus haben die Mädchen und Jungen einen Wellness-Parcours errichtet. Dort haben sie Hängematten aufgespannt.

Zudem gibt es einen Weg, auf welchem die Kinder mit verbunden Augen laufen können, um zu ertasten oder zu erraten, was sie gerade berühren. Ein weiteres Spiel ist Memory: Die Kinder bekommen Bilder von Dingen gezeigt, die sie dann zwischen Bäumen suchen und finden sollen.

Bei einer Wald-Olympiade erarbeiteten sich die Mädchen und Jungen den Titel Waldkönig beziehungsweise Waldkönigin. Deshalb verteilt Voß an alle 65 Holz-Orden. Darauf ist jeweils ein Foto der Kleinen von der Kita an der Freiheit 5. Auf der Rückseite steht „Juni 2013“ – eine schöne Erinnerung für später an diese aufregende Wald-Woche.

Von Michael Koll

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare