Diagnose Mittelstand

Dem Neuenrader Mittelstand geht es gut

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Ralf Neumann (links) und Kai Hagen stellten die Diagnose Mittelstand vor.

Neuenrade - Die Sparkassen verfügen, auch durch ihre angeschlossenen Unternehmen, über eine breite Datenbasis. So ist die Diagnose Mittelstand ein gute Quelle für ein Stimmungsbild.

Basis sind auch die Jahresabschlüsse 2016, die weitgehend vorliegen. Generell läuft alles rund und oft noch besser als in der Vergangenheit.

Kai Hagen, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Sparkasse äußert sich: „Ein solch einhellig und positives Ergebnis hat es in der Historie der Befragung noch nie gegeben.“ Der Mittelstand hat dabei durchaus auch Forderungen an die Politik: Man wünsche sich vorrangig den weiteren Ausbau der Infrastruktur und steuerliche Entlastungen – vor allem, was das komplizierte System anbelange.

Die Diagose für Neuenrade, unterfüttert mit entsprechenden Daten, lieferten der Vorstandsvorsitzende Kai Hagen und der Leiter Firmenkunden für den Bereich Neuenrade, Altena und Balve, Ralf Neumann. Die Hönnestadt ist demnach – was die Firmenstruktur anbelangt – recht gut sortiert.

Die Unternehmen sind bestens aufgestellt

Anders als beispielsweise in Plettenberg gebe es in Neuenrade mehr kleinere inhabergeführte Unternehmen. Die Unternehmen seien dabei bestens aufgestellt, würden über eine hohe Eigenkapitalquote verfügten. Ralf Neumann rechnet damit, dass die Quote gar 30 Prozent und mehr erreichen werde, derzeit liege sie bei rund 28 Prozent.

Für das kommende Jahr seien die Neuenrader optimistisch und investierten zudem. Neumann verriet, dass bei der Sparkasse Projekte von weit mehr als zehn Millionen Euro auf dem Schreibtisch liegen würden. Etwas vage blieben die Banker allerdings dabei, um keine Rückschlüsse auf mögliche Unternehmen zu ermöglichen. Dabei handele es sich genauso um Investitionen bei Handwerkern, wie auch bei Industriebetrieben.

Die Art der Investitionen hat sich verändert

Bei der Art der Investitionen gebe es zudem eine Änderung zu früheren Jahren, ergänzte Kai Hagen. Habe man früher eher Ersatzinvestitionen getätigt, so habe es 2017 viele Neuinvestitionen gegeben. Das werde sich fortsetzen.

Gut laufe es bei den Neuenrader Handwerkern. Die seien überwiegend mehr als ausgelastet. Doch es gibt auch Probleme: So scheint der Fachkräftemangel in Neuenrade (und natürlich nicht nur hier) ein Problem darzustellen. Nicht für die Arbeitnehmer: Wer in dieser Zeit Zerspanungsmechaniker oder Mechatroniker sei, der habe gute Karten. Für die Firmen bedeute der Fachkräftemangel durchaus Einschränkungen.

Auch die Finanzierung ist oft anders als früher

Bei Finanzierungen gebe es Veränderungen: Wurde in der Vergangenheit eine Maschine komplett finanziert, werde derzeit eben nur ein Teil durch Kredit finanziert, den Rest bringe das Unternehmen aus eigenen Mitteln auf. Die Vereinigte Sparkasse sieht sich jedenfalls bei den mittelständischen Neuenrader Firmen gut vertreten. Ralf Neumann: „Da ist kaum ein Briefbogen, auf dem nicht unser Name steht.“

Auch bei den Privatkunden sei Neuenrade gut aufgestellt. Der Mittelstand ist hier offenbar sehr gut situiert, was Sparkassenvorstand Kai Hagen eben auch an den privaten Investitionen und Anlagesummen bemerkt. Zudem sei Neuenrade begehrt als Wohnort. Bei der Wohnraumnachfrage liege Neuenrade weit vorne. Wer hier sein Haus verkaufen wolle, dem gelinge das auch.

Die Sparkasse ist mit sich zufrieden

Übrigens: Auch mit der eigenen Performance ist man bei der Vereinigten Sparkasse noch zufrieden. Kai Hagen: „Für 2017 haben wir es noch einmal geschafft. Wir konnten den Umständen entsprechend ein sehr gutes Ergebnis erreichen. Kein Rekordergebnis – aber ein sehr hohes Niveau“.

Von Peter von der Beck

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