Sortierbetrieb

SDC schafft Raum für Metall und teure Maschinen

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In speziellen Maschinen werden die kleinen Teile vereinzelt und unter besonderem Licht auf verschiedene Eigenschaften überprüft. Die Maschinen baut SDC selbst.

Küntrop - Seit 20 Jahren sortiert die Firma SDC in Küntrop hauptsächlich Metallteile. Weil das Geschäft gut läuft, musste ein Anbau her. Dort werden auch spezielle Maschinen entwickelt.

Mittlerweile arbeiten rund 100 Menschen in dem Lohnsortier-Betrieb. Auch wenn einen wichtigen Teil der Tätigkeiten Maschinen übernehmen, wird bei SDC – die Abkürzung steht für Service- und Dienstleistungs-Center – rund um die Uhr gearbeitet

Die Arbeit ist ein Termingeschäft: Kunden liefern ihre Teile an und holen sie später wieder ab oder lassen sie direkt zum Endnutzer liefern.

Die Arbeit ist ein hartes Termingeschäft

„Oft steht schon der Kurier vor der Tür, der die Teile abholt, ohne dass sie überhaupt bei uns eingetroffen sind“, berichtet Markus Haarmann, der gemeinsam mit seinem Schwager Georg Bender die Firma gegründet hat. Beide bilden bis heute die Geschäftsleitung des mittelständischen Unternehmens.

Georg Bender (links) und Markus Haarmann vor dem neu entstandenen Anbau.

Wenn die Sozialräume im vorderen Teil des Gebäudes fertiggestellt sind, stehen dem Unternehmen zusätzliche 1600 Quadratmeter zur Verfügung, die den Betrieb auf 5000 Quadratmeter erweitern.

Der größte Teil der neuen Halle wird schon jetzt genutzt. Übergangsweise wurden dort Maschinen untergebracht: An ihrem eigentlichen Standort in der benachbarten Halle wurde ein neuer Boden gelegt.

Präzision ist bei vielen Teilen entscheidend

Zu den Kunden von SDC gehören namhafte Zulieferer aus der Automobilindustrie. „Dort ist Präzision entscheidend“, erklärt Haarmann. Oft verarbeiten die Hersteller zum Beispiel Schrauben vollautomatisch.

Die meisten Teile werden, nachdem sie in großen Behältern angeliefert wurden, mit speziellen Maschinen zunächst vereinzelt, dann überprüft und in vorher definierten Stückzahlen abgepackt.

Die Kontrolle funktioniert in der Regel optisch und vollautomatisch: Ein Kamerasystem betrachtet die Teile unter speziellem Rotlicht aus allen Richtungen. Viel genauer als das menschliche Auge können so Risse, Verfärbungen und Schwächen im Material erkannt werden. Nur was als einwandfrei identifiziert wird, kommt in die Behälter mit den guten Teilen.

Das Unternehmen baut seine Maschinen selbst

Eine weitere Maschine kontrolliert bei einigen Teilen mit Hilfe von Wirbelstrom den Härtegrad des Materials. Die verwendeten Maschinen, mittlerweile 40 Stück, hat SDC selbst entwickelt und gebaut.

1600 Quadratmeter hat das Unternehmen geschaffen.

Eine eigene Abteilung stellt jedes Jahr zwei bis drei solcher Geräte für den Eigenbedarf her, etwa fünf werden an andere Firmen verkauft. Die Maschinenbau-Abteilung bekommt im Anbau ein neues Domizil, der Rest des neuen Bauabschnitts dient hauptsächlich der Verpackung und dem Warenfluss.

Während die Maschinen vor allem für kleine Teile geeignet sind, werden große Gegenstände von Hand sortiert und durch Augenschein mit Lupen inspiziert. Die größten im Unternehmen sortierten Teile, schätzt Georg Bender, dürften Schrauben sein, die zum Beispiel für Windräder benutzt werden.

Begonnen hat alles als Garagen-Unternehmen

Begonnen haben Haarmann und Bender 1997 mit einem kleinen Garagen-Unternehmen, in dem noch sämtliche Teile manuell sortiert wurden. Nach dem Umzug und mehreren Erweiterungen durchlaufen jetzt mehr als 2,7 Milliarden Teile jedes Jahr die Betriebsgebäude in Küntrop.

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