Sonnenblumen statt Unkraut am Straßenrand in Blintrop

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Stolz präsentiert Friedhelm Midderhoff die Sonnenblumen im Bereich der alten Mühle. Von den rund 150 Exemplaren erreichen einige eine Höhe von mehr als vier Metern. 

Neuenrade - Natur- und Blumenfreunde werden zweimal hinschauen, wenn sie hinter den Straßenschutzplanken in Höhe der alten Mühle in Blintrop geradezu ein Meer von Sonnenblumen erblicken und der vorbeifahrende Autofahrer wird sich verdutzt die Augen reiben.

Derzeit sind es mehr als 150 Exemplare, die hinter den Schutzplanken den Blick auf sich ziehen. Erstaunlich ist nicht nur der Ort, sondern auch die Tatsache, dass die Sonnenblumen überwiegend vier Meter Höhe erreichen, die größte und höchste Sonnenblume wurde in diesen Tagen sogar mit 4,20 Meter gemessen. 

Initiator dieser Sonnenblumenaktion ist Friedhelm Midderhoff, der nur einen Steinwurf weiter im einstigen elterlichen Haus wohnt. Die Sonnenblumen haben es dem Blintroper angetan, die Blume mit dem großen und mit gelben Blättern umrahmten Blumenkopf hat sein gärtnerisches Herz erobert. Seit Jahrzehnten hegt und pflegt Friedhelm Midderhoff seine Sonnenblumen. Jeweils im Herbst sammelt er die alten Sonnenblumenköpfe ein und lagert sie samt Samen kühl und trocken. Jeweils im Mai schlägt für den Sonnenblumen-Sponsor die aktionsreiche Stunde, dann sät er sorgsam den Samen der Pflanze. 

Straßenmeisterei ist informiert 

Das Friedhelm Midderhoff auf seinem Anwesen die Sonnenblumen liebt, ist unübersehbar. Meist erfreut sich das Auge des Besuchers an kleineren Sonnenblumengruppen, auch ist deren Höhe mit knapp zwei Metern gut überschaubar. Vor zehn Jahren hat der Sonnenblumen-Liebhaber aus Blintrop einen neuen Standort entdeckt. Mehr oder weniger geärgert hatten ihn damals Brennnesseln, die hinter den Sicherheitsplanken am Rand der vorbeiführenden Straße das optische Geschehen ebenso bestimmten, wie anderes und wild vor sich hinwucherndes Kraut. Friedhelm Midderhoff schritt zur Tat, im Mai 2008 streute er seinen Sonnenblumensamen, nachdem die Straßenmeisterei das Unkraut abgemäht hatte. 

Um im nächsten Frühjahr immer Samen zu haben, sammelt Midderhoff die alten Sonnenblumenköpfe ein.

Das Ergebnis war nach einiger Zeit nicht zu übersehen, Midderhoffs gärtnerische Bemühungen blühten prächtig vor sich hin – allerdings hatte der Sonnenblumenfreund damals die Rechnung ohne die Straßenmeisterei gemacht, deren Arbeiter in treuem Pflichtbewusstsein den nach oben wachsenden Sonnenblumen maschinell ein Ende bereiteten. Mit der Straßenmeisterei hat Friedhelm Midderhoff inzwischen ein Abkommen getroffen – seinen Sonnenblumen geht es nicht mehr gewaltsam an den Stengel, sie können ungestört wachsen. 

Der Wunsch des Blintropers, seiner am Grundstück vorbeiführenden Straße zumindest auf einem Teilstück ein neues Aussehen zu geben, ist in Erfüllung gegangen. Besonders auf die Höhe von vier Metern und mehr ist Midderhoff „stolz wie Florian der Blumenfreund“ – allerdings findet er keine Erklärung für die ungewöhnliche Höhe seiner Sonnenblumen. Erklärend fügt er noch hinzu, „noch nicht einmal Dünger dabei getan zu haben.“ 

Blumen sollen nicht geschnitten werden 

Übrigens: Die prächtig wachsenden Sonnenblumen müssen inzwischen eine eigene Fangemeinde haben. Mehr oder weniger regelmäßig halten Autos am Straßenrand, Fahrer oder Beifahrer schneiden sich einige Sonnenblumen ab. Ein Verhalten, das bei Friedhelm Mitterhoff nicht gerade auf Zustimmung stößt, „weil die doch die Blumen überhaupt nicht gesät haben...“

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