Waldorf-Sommerfest: Tag voller Überraschungen

Ein Besuch des Streichelzoos war ein Muss für die Kleinsten. - Foto: Jentzsch

Neuenrade - Waldorf-Pädagogik zum Anfassen, Erleben und Bestaunen – so könnte man das Sommerfest der Freien Walddorfschule am Sonntag betiteln. Eigentlich ist es „nur“ eine Schule, an der man seine Abschlüsse bis hin zur Hochschulreife erwerben kann. Ein Spaziergang über das Gelände während des Sommerfestes später und man wird den Eindruck nicht mehr los, dass sich die Welt am Remmelshagen anders dreht.

Und zwar in Richtung Kreativität. Was das Kollegium, die Schüler und die Eltern auf die Beine gestellt haben, sucht wohl seinesgleichen. Dabei ging es den Verantwortlichen offensichtlich weniger darum, eine überzogen positive Außendarstellung zu erzeugen, vielmehr schien es als würde lediglich der Alltag widergespiegelt. Und der scheint praxisbezogener zu sein als in anderen Schulformen. Zum Beispiel wurde beim Sommerfest selbst hergestellter Honig angeboten – von eigenen Bienenvölkern, die sich offensichtlich sehr wohl am Remmelshagen fühlen.

Die Gläser mit dem ebenso süßen wie natürlichen Brotaufstrich wurden selbstverständlich mit von Kinderhand verzierten Labels versehen. Wer erst am frühen Nachmittag anreiste, kam bereits zu spät. „Ausverkauft“ hieß es am Honigstand. Apropos Bienen: Mit der Honigproduktion im Außenbereich ist das biologische Thema Biene noch lange nicht abgeschlossen. Fasziniert blickten nicht nur die jungen Besucher auf das Völkchen, das einen Klassenraum sein Zuhause nennt. Durch eine kleine Öffnung in der Außenwand des Klassenraums können die fleißigen Flieger ihrer Arbeit in der Umgebung nachgehen, während die „Schaulustigen“ die Möglichkeit haben, dem Volk bei der Arbeit zuzusehen – ohne zu stören. Biologie zum Anfassen, mit einem garantiert hohen Lerneffekt.

Waldorfschule und Kiku stellen sich vor

Das Bienenspektakel begeisterte, war aber nur ein marginal kleiner Ausschnitt aus dem gewaltigen Programm, das die Interessierten in Scharen zum Remmelshagen gelockt hatte. Die Besucher hatten die Möglichkeit, in einem Segelflugzeug Platz nehmen, dem Werkkundelehrer bei der Seilherstellung zu helfen, Kaninchen zu streicheln oder eine der vielen Vorführungen zu verfolgen. Wer der Schule am Sonntag einen Besuch abgestattet hatte, wurde mit einem Tag voller Überraschungen belohnt, bekam einen Einblick in die Arbeit der Pädagogen und konnte sich einen persönlichen Eindruck verschaffen, wie sehr sich alle Beteiligten mit der Schulform identifizieren. Davon zeugten die vielen Stände, die Präsentationen und ausgestellten Exponate, die verdeutlichten, wie abwechslungsreich Unterricht sein kann. - Von Markus Jentzsch

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