Photovoltaik-Projekt

Solarpark in Küntrop: SPD kritisiert CDU und Grüne

Ähnlich wie hier in Möhnesee, soll auch in Küntrop ein großer Solarpark entstehen.
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Ähnlich wie hier in Möhnesee, soll auch in Küntrop ein großer Solarpark entstehen.

„Ob der Klimawandel wartet, bis sich Schwarz-Grün in Neuenrade entschieden hat?“ – so lautet der Titel des Beitrags in der Informationsschrift „Neuenrade Konkret“, die von den heimischen Sozialdemokraten herausgegeben und an die Haushalte in der Stadt verteilt wird.

In diesem Artikel bezieht die SPD Stellung zum geplanten Photovoltaik-Kraftwerk in Küntrop: „Die SPD sieht dieses Projekt positiv und hat beschlossen, diesem unter folgenden Auflagen zuzustimmen.“

So fordert die Fraktion, rund um den zehn Hektar großen Solarpark, den das Unternehmen Entegro in Zusammenarbeit mit dem Energieversorger Enervie realisieren möchte, eine Hecke zu pflanzen, damit Vögel ungestört brüten könnten und Kleintiere Schutz fänden. Unter und zwischen den Solarmodulen soll nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten eine hochwertige Wildblumenmischung eingesät und gepflegt werden, die besonders für Bienen geeignet sein soll.

Betreibergesellschaft soll Sitz in Neuenrade haben

Weiter schreibt die SPD: „Damit alle Bürger der Stadt etwas davon haben, muss der Sitz der Betreibergesellschaft in Neuenrade sein. So werden wir die vollen Nutznießer der fälligen Gewerbesteuer.“ Außerdem soll ein Bürgerbeteiligungsmodell als Darlehen oder als wirtschaftliche Beteiligung (Energiegenossenschaft) ermöglicht werden. Dabei müssten auch Beteiligungen mit Einsätzen von 1000 Euro möglich sein.

Ortstermin am Flugplatz

Die nächste Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit und Forsten beginnt am Dienstag, 29. Juni, mit Ortsbesichtigungen in Küntrop für den geplanten Solarpark und am Imberg. Treffpunkt ist um 17 Uhr auf dem Parkplatz des Flugplatzes in Küntrop. Anschließend wird die Sitzung im Hotel Kaisergarten weitergeführt. Weiterhin stehen auf der Tagesordnung unter anderem der gemeinsame Antrag von CDU und Grünen zum „Grünkonzept für Neuenrade“ und die Wiederaufforstung des Stadtwaldes Neuenrade nach der Borkenplage. Weitere Informationen zu dieser Sitzung (Tagesordnung, Beschlussvorlagen) finden sich unter www.neuenrade.de unter dem Link „Ratsinfo“.

Die SPD-Fraktion möchte den Bau des Solarparks politisch vorantreiben und hat deshalb beantragt, im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit und Forsten am Dienstag, 29. Juni, die Herstellung des gemeindlichen Einvernehmens zur Abstimmung zu stellen. Darüber hinaus bitten die Sozialdemokraten, zu dieser Sitzung auch die Antragsteller einzuladen.

Projektpartner soll eingeladen werden

Die Hagener Enervie und die Fröndenberger Firma Entegro Photovoltaik-Systeme hatten sich bereits im März an den Stadtrat gewandt, um die Genehmigung zur Errichtung der Freiflächen-Photovoltaik-Anlage zu erhalten. Die SPD-Fraktion unterstreicht: „Um eine ausgewogene Meinungsbildung zu gewährleisten, war es bisher gute Tradition alle Argumente eines Antrages zu diskutieren. Deshalb halten wir es für dringend erforderlich, den Antragsteller und den Projektpartner dazu einzuladen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren Antrag vorzustellen.“ Fast wortgleich hatte dies zuletzt auch die CDU Neuenrade gefordert, nachdem sie ihre Bürgerbefragung zum Thema Solarpark ausgewertet hatte.

In dem „Neuenrade Konkret“-Beitrag kritisiert die SPD die Grünen-Fraktion, die das Photovoltaik-Kraftwerk auf die lange Bank schieben würde. Die CDU erwäge sogar, das Projekt in den Regionalplan zu nehmen. „Bis der beschlossen ist, wäre das Projekt tot. Das scheint den Grünen egal zu sei. Ein wirklich konsequentes Engagement können wir bei ihnen jedenfalls nicht erkennen.“

Kritik am Kooperationspartner

Die Grünen hatten allerdings schon im Mai ihren Ratskooperationspartner CDU für das „Zögern und Zaudern“ bei diesem Projekt öffentlich kritisiert und gefordert, das Planungsverfahren für den Solarpark solle eingeleitet werden.

Die Sozialdemokraten rechnen vor: „Der Solarpark würde circa 3000 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgen und umgerechnet etwa 1,9 Millionen Liter Öl, beziehungsweise 63 Tanklastzüge, pro Jahr einsparen.“

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