Gemeinsamer Antrag

Solarpark: CDU und Grüne wollen diesen Alternativstandort

Ähnlich wie hier in Möhnesee, soll auch in Küntrop ein großer Solarpark entstehen.
+
Ähnlich wie hier in Möhnesee, soll auch in Küntrop ein großer Solarpark entstehen. Jetzt bringen CDU und Grüne allerdings einen Alternativstandort ins Spiel.

Das Thema „Solarpark“ geht in die nächste Runde: Und zwar mit einem gemeinsamen Antrag von CDU und Grünen, die sich einen Alternativstandort vorstellen können.

Die Aufstellung des Bebauungsplans für die Freiflächen-Photovoltaikanlage, die der Hagener Energiekonzern Mark-E und die Fröndenberger Firma Entegro Photovoltaik-Systeme GmbH zwischen Küntrop und Garbeck errichten möchten, soll in der kommenden Woche erfolgen. Für die entsprechende Sitzung des Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschusses (Montag, 27. September, 17 Uhr, Rathaus) liegt aber auch ein gemeinsamer Antrag von den Grünen und der CDU vor:

Die Fraktionen bringen einen Alternativ-Standort für den Solarpark in der Nähe der Straße Zur Kracht (Altenaffeln) ins Spiel, und fordern, dass dieser auf seine Eignung überprüft wird. Sollte diese Prüfung positiv ausfallen, gelte es, die Alternativfläche anstelle des Areals in Küntrop zu beplanen.

Investoren haben Bauantrag im März gestellt

Zum Hintergrund: Im März hatten die Investoren den Bauantrag für die Anlage zwischen Küntrop und Garbeck gestellt, und auf eine zügige Entscheidung gehofft. Doch während der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit und Forsten am 29. Juni wurde deutlich, dass sich die CDU-Fraktion nicht festlegen wollte. In dem gemeinsamen Antrag für den 27. September heißt es nun: „Bei der in Rede stehenden Fläche zwischen Küntrop Bahnhof und B 229 handelt es sich um eine landwirtschaftlich genutzte, wertvolle Fläche.“ Der Flächendruck in Neuenrade sei enorm groß und steige weiter, da derzeit ein Übergang von der konventionellen Landwirtschaft hin zu einer extensiven Bewirtschaftung erfolge. Letztere habe einen größeren Flächenbedarf bei geringerem Ertrag zur Folge.

Geht es nach CDU und Grünen, soll der Solarpark möglichst in der Nähe der Straße Zur Kracht auf der Fläche hinter den Gebäuden entstehen.

Die von den Grünen und der CDU vorgeschlagene Alternativfläche bestehe teilweise aus einem durch den Borkenkäfer zerstörten Waldstück und teilweise aus Wiesen. „Die Fläche ist zwischen 10 und 15 Hektar groß. Die zwei, beziehungsweise drei Eigentümer planen keine landwirtschaftliche Nutzung der Fläche und könnten sich dort eine Großflächen-PV-Anlage vorstellen“, heißt es in dem Antrag der Fraktionen. Grünen-Chefin Christiane Vollmer sagte: „Wir sind uns nicht sicher, ob die Forstfläche auch für den Bau in Frage kommt. Deshalb möchten wir, dass die Fläche auf ihre Eignung geprüft wird.“

Fläche kommt für Investor nicht in Frage

Die Frage der Eignung beantwortet Dieter Röttger, Geschäftsführer der Entegro Photovoltaik-Systeme GmbH, auf Anfrage der Redaktion sofort: „Aus unserer Sicht kommt der Alternativ-Standort überhaupt nicht in Frage. Wir haben uns nicht ohne Grund gemeinsam mit dem Energieversorger Mark-E die Fläche in Küntrop ausgesucht.“ Röttger verwies auf eine sorgfältige Vorauswahl des Anlagen-Standorts und auf die Berücksichtigung zahlreicher Kriterien.

Durch die Nähe des benachbarten Industriegebietes sei am Küntroper Standort sichergestellt, dass der erzeugte Solarstrom genutzt werde. Die Netzanbindung sei kein Problem. „Wir müssen den Strom ja auch von der Anlage wegbekommen.“

Solarparks sollen nicht in unberührter Natur entstehen

Noch schwerwiegender ist aus Sicht des Fachmanns aber die im Erneuerbare Energiengesetz (EEG) vorgegebene Struktur der Flächennutzung. „Freiflächen Photovoltaikanlagen sollen in direkter Nähe von Bahnstrecken oder Autobahnen entstehen“, erklärt Röttgers. Das treffe auf den Standort in Küntrop zu. Auch ehemalige Deponien kämen beispielsweise als Standort in Frage. „Hintergrund dieser Vorgabe ist, die Beeinträchtigung der Natur so gering wie möglich zu halten.“ Deshalb sollten Solarparks dort entstehen, wo bereits Eingriffe in die Natur vollzogen worden seien – und nicht in bisher unberührter Natur. Eine weitere Zersiedelung der Landwirtschaft solle verhindert werden, unterstrich Röttger: „Ich kenne in NRW keinen Fall, in dem eine Anlage auf einer Fläche, wie sie jetzt neu vorgeschlagen wird, genehmigt wurde.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare