Sogar Scheichs vertrauen Peter Strässer

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Peter Strässer mit seinem Liebling Cacharelle. ▪

NEUENRADE ▪ Geht Peter Strässer durch die lange Box-engasse seines Stalles, wird er genauestens beobachtet. Aus nahezu jedem Fenster lugt ein Pferdekopf, denn der Dressurreiter pflegt eine intensive Verbindung zu seinen vierbeinigen Sportpartnern.

„Jedes Pferd in diesem Stall hat seinen eigenen Charakter. Jeder ist auf seine Weise speziell“, erklärt Strässer. Genau das mache den Reiz der Dressurausbildung aus. In der Reitanlage am Gevener Weg werden seit Jahren nicht nur die Reiter unterrichtet, sondern auch die Vierbeiner. „Wir haben hier bereits Europameister trainiert“, berichtet er.

Und sogar Scheichs aus Dubai ließen ihre edlen Pferde nach Deutschland fliegen, um sie von Peter Strässer trainieren zu lassen. „Die deutsche Dressurausbildung ist im Ausland sehr gefragt. Daher lassen sich ausländische Reiter hier trainieren, oder aber sie geben ihre Pferde in deutsche Schulen“, erklärt der Reiter. Wieder andere importierten Dressurpferde aus Deutschland. Derzeit stehen 36 Pferde auf der Anlage. Zwölf davon sind nur dort um von Peter Strässer und seinem Team ausgebildet zu werden. „Die Ausbildung erfordert viel Gefühl. Ich muss mich auf jedes Pferd individuell einstellen“, erklärt er. Sofern das Pferd Talent und „das gewisse Etwas“ hat, schafft es der Neuenrader, wie kaum ein anderer das Potenzial der Tiere altersentsprechend zu fördern. „Wenn sowohl die körperlichen als auch die psychischen Veranlagungen eines Pferdes stimmen, bringen wir die Tiere hier bis zum Grand Prix.“ Soll heißen, ein Pferd wird über einen längeren Zeitraum quasi „vom Kindergarten bis zum Hochschuldiplom gefördert“.

Viele Pferde brachte der Reiter bereits auf dieses Niveau. „Die Pferde werden dann häufig verkauft. Das tut dann schon weh. Immerhin haben von 100 Pferden gerade einmal 15 das Potenzial überhaupt soweit zu kommen. Wirklich schaffen tun es noch viel weniger.“ Umso schwerer falle dann der Abschied. Schließlich habe er das Pferd über Jahre hinweg begleitet. Aber ein gutes Pferd allein sei kein Garant für Erfolg. „Der Reiter muss ebenfalls gut ausgebildet werden. Es bringt nichts, wenn das Pferd mich versteht. Der Besitzer muss es nachreiten können.“

Ein Sportpferd hat bei den Strässers einen vollen Terminkalender. Neben Training, steht auch Weide auf dem Programm, denn: „Es sind immer noch Tiere und die brauchen ihren Freiraum.“ Zudem werden sie, wie menschliche Leistungssportler, medizinisch versorgt. Dazu zählt auch eine chiropraktische Behandlung und Massagen. Denn nur wenn sich ein Pferd rundherum Wohl fühle, könne es Spitzenleistungen erbringen.

Lydia Machelett

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