Bis 3500 Euro pro Haushalt

Soforthilfe: Erste Anträge eingegangen

Schnell kommt ein Schaden zusammen, der 5000 Euro übersteigt.
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Schnell kommt ein Schaden zusammen, der 5000 Euro übersteigt.

Wer in Haus und Hof oder auch Betrieb und Geschäftsräumen einen existenziellen Schaden durch die Hochwasserkatastrophe erlitten hat, kann nun sofort einen Antrag auf Hilfe stellen.

Auf den Internetseiten der Kommunen gibt es die Antragsformulare und Ansprechpartner. Einige hilfebedürftige Bürger haben sofort reagiert, erste Anträge gingen bereits bei den Kommunen ein.

Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) wusste von drei Anträgen zu berichten, die schon früh vorlagen. Außerdem machte er sich die Mühe, Bürger direkt auf die Hilfsmöglichkeiten hinzuweisen, zudem verbreitete die Stadt das Hilfsangebot auch per App. Bürgermeister Wiesemann freute sich über die flotte Reaktion der Landesregierung und über diese „unbürokratische“ und einfache Hilfemöglichkeit. Richtig sei auch, dass das Ganze auf die Kommunen übertragen wurde. „Wir wissen, wo die Schäden sind und wo geholfen werden muss.“ Zudem sagte Wiesemann: „Das ist ein gutes, klares und deutliches Signal.“ In Neuenrade werden die Anträge über das Ordnungsamt abgewickelt und über die Kämmerei ausgezahlt.

Einfach und übersichtlich

Niemand muss dabei Angst vor bürokratisch-monströsen Antragsformularen haben. Die Anträge sind einfach und übersichtlich gehalten und schnell auszufüllen. Der Antrag für die Bürger enthält Fragen nach dem Haushalt und der Anzahl der Personen, die dort mit Hauptwohnsitz gemeldet sind. Die Adresse und die Telefonnummern müssen angegeben werden. Es muss per Unterschrift versichert werden, dass nach persönlicher Einschätzung im Haushalt mindestens 5000 Euro Schaden entstanden ist, und dass auch keine Versicherung den Schaden ersetzen wird. Kurz muss der Schaden beschrieben werden, man muss versichern, dass die Angaben korrekt sind und dass man nach diesen Richtlinien noch keine Soforthilfen beantragt habe.

Soforthilfen in Werdohl und Balve; Zügige Abarbeitung der Anträge vorgesehen

Zwei Anträge hatte die Werdohler Verwaltung schon am frühen Freitagvormittag auf dem Tisch liegen, sagte Sabine Bleckmann, Abteilung Jugend und Soziales bei der Stadt Werdohl. Die Anträge gibts auf der Homepage der Stadt (www.werdohl.de) zum Download. Man rechnet mit mehr Anträgen und wird sich um eine zügige Bearbeitung bemühen. Je nach Anzahl der Anträge werde man die Aufgabe auf die Mitarbeiter verteilen, die dann die Anträge abarbeiten würden.

Balves Bürgermeister Hubertus Mühling verbreitete die Möglichkeit, eine „Billigkeitsleistung“ (Zahlung ohne rechtliche Verpflichtung) zu beantragen, rasch per Pressemitteilung. Die nötigen Antragsformulare über die Gewährung der Soforthilfen seien im Innenstadtbüro, Gerichtsstraße 1, ab sofort erhältlich und stehen auf www.land.nrw zum Download bereit. Die ausgefüllten Anträge der Balver werden auch im Innenstadtbüro entgegengenommen. Überprüft werden die Anträge – laut Infos auf der NRW-Homepage – durch die kommunalen Mitarbeiter auf Plausibilität.

Die Summen, um die es geht, sind 1500 Euro pro Haushalt plus 500 Euro pro im Haushalt lebende Person. Das Maximum beträgt 3500 Euro. Damit soll „eine erste finanzielle Überbrückung ermöglicht werden“, heißt es beim Märkischen Kreis, um eine „vorübergehende akute Notlage bei Unterkunft und Beschaffung von Haushaltsgegenständen finanziell zu bewältigen“. Dann muss nur noch die IBAN angegeben und das Formular unterschrieben werden, bevor es eingereicht werden kann.

Angebot für Firmen, Selbstständige und Landwirte

Auch für Firmen, Selbstständige und Landwirte sind die Anträge recht unkompliziert auszufüllen. Sogar die Steuernummer muss nur eingetragen werden „falls zur Hand.“ Gleichwohl muss der Antragsteller einige rechtliche Dinge bestätigen. Bei falschen Angaben oder leichtfertig falsch oder unvollständig gemachten Angaben könnte allerdings der Staatsanwalt wegen Subventionsbetrugs vor der Tür stehen. Und: Der Zuschuss – es ist eine Billigkeitsleistung in Höhe von 5000 Euro – muss als Betriebseinnahme versteuert werden.

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