Ab sofort in Neuenrade: Hilfe beim Abnehmen

+
Jessica Fitz-Kahle leitet die Adipositas-Selbsthilfegruppe in Neuenrade.

Neuenrade - „Ich habe mehr als 50 Kilogramm abgenommen“, erklärte Jessica Fitz-Kahle zu Beginn des zweistündigen Abends im DRK-Begegnungszentrum beim Gründungstermin einer Adipositas-Selbsthilfegruppe für Neuenrade.

Die mehr als 20 Anwesenden – darunter Bürgermeister Antonius Wiesemann – zeigten sich beeindruckt. Dann fragte Fitz-Kahle ihren im Saal anwesenden Ehemann: „Hast Du es bereut, dass ich das habe machen lassen?“ Seine Antwort sorgte für Erheiterung in den Rotkreuz-Räumen: „Vorher war mehr an Dir dran“, bedauerte der Gatte. Die Selbsthilfegruppe trifft sich fortan an jedem zweiten Mittwoch eines Monats ab 19 Uhr am Stadtgarten. 

Aus eigener Erfahrung wusste die 39-Jährige: „Die Krankenkassen tun alles, um Anträge der Patienten abzulehnen. In der Selbsthilfegruppe hier bekommen Sie erstmals direkt vor Ort die Hilfe, die Sie brauchen.“ Auch der Referent des Abends, Dr. Bertram Wagner, stimmte Fitz-Kahle zu: „Die Krankenkassen sind unfair gegenüber den Patienten.“ 

Starke Zuckerlobby in Deutschland?

Im Anschluss an die Einführung hielt Wagner einen Vortrag über Adipositas-Bariatrische Operationsverfahren. Der Chirurg vom Marienkrankenhaus Schwerte nahm dabei kein Blatt vor den Mund. „Wir haben eine ganz starke Zuckerlobby in Deutschland“, leitete der 53-Jährige seine Ausführungen ein. Und: Nur 4,3 Prozent der Übergewichtigen in Deutschland nähmen dauerhaft durch Diäten ab. 

Lesen Sie hier mehr über die Motivation von Jessica Fitz-Kahle

Auch eine Operation sei kein Wundermittel. Der Mediziner warnte: „Sie können jeden operativen Eingriff mit Cola und Vanilleeis überlisten.“ Wagner erklärte den Anwesenden deshalb: „Sie müssen auch bereit sein, ihr Verhalten grundlegend zu ändern.“ Dennoch sei eine Operation dabei hilfreich. Doch während in Schweden acht von 1000 Patienten einen Eingriff genehmigt bekämen, sei es in Deutschland lediglich einer von 10 000. 

Übergewicht um 60 Prozent reduzieren

Wagner erläuterte, er favorisiere den Magenbypass. Durch diesen könne bis zu 60 Prozent des Übergewichtes reduziert werden. „Sie werden dadurch nicht zum jungen Reh am Ende“, betonte der Chirurg, dennoch könne diese eine gute Unterstützung bei einer dauerhaften Gewichtsreduktion sein. Mit Jessica Fitz-Kahle haben die Gründungsmitglieder der neuen Selbsthilfegruppe in Neuenrade zumindest schon mal ein gutes Vorbild.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare