Erdbeeren aus der Börde

Qualität lockt die Kundschaft

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Madalina Ruso und die Vorarbeiterin Agatha Swiecicka arbeiten an sechs Tagen gut acht Stunden als Erdbeerpflückerinnen auf dem Hof Korn in Welver.

Neuenrade - Wolfgang Schulte kommt an diesem späten Vormittag nicht zur Ruhe: wieder kommt ein Schub Kundschaft. Ein Auto nach dem anderen hält vor dem Lastwagenanhänger, der sich in einer Nische der Bundesstraße 229 eingangs Neuenrade strategisch günstig positioniert hat. Autofahrer steigen aus und holen sich meist einen Korb der verführerisch duftenden Erdbeeren.

„Frisch vom Feld sind die Erdbeeren“, versichert Verkäufer Wolfgang Schulte. Denn: Fleißige rumänische Frauen hätten die Erdbeeren erst am Abend zuvor vom Erdbeerfeld des Obsthofs Korn in Welver (Soester Börde) geholt. Dort auf dem ergiebigen Lößboden wachsen die Früchte wohl besonders gut.

Schulte ist Rentner und er verkauft Erdbeeren für den Erdbeervermarkter Johannes Berghoff aus Amecke. Seit mehr als 15 Jahren bringt er in der Erdbeersaison schon die Früchte unters Volk, steht dann immer in Neuenrade. Und man kennt sich. Schulte, beziehungsweise Vermarkter Berghoff, haben viele Stammkunden. Hinzu kommt Laufkundschaft, wie eine junge Frau, die sich spontan für das Dessert eine Ladung Erdbeeren gönnt. Man plauscht ein wenig – und der nächste Kunde rollt schon wieder vor. Schulte kennt natürlich den einen oder anderen. Und so werden hier nicht nur Erdbeeren verkauft, sondern auch Dönekes erzählt.

Schulte selbst kostet immer mal wieder Erdbeeren, aber für den großen Hunger hat er Verpflegung mit. Denn: „Man wird es Leid.“ Einmal hatte er seine Tasche vergessen und musste sich den ganzen Tag mit Erdbeeren als Hauptmahlzeit über Wasser halten.

Ansonsten sind die Zeiten für Erdbeerverkäufer härter geworden. Andere haben entdeckt, dass sich Geld mit Erdbeeren verdienen lässt. Seit einigen Jahren wächst die Konkurrenz kontinuierlich, so gibt es in Neuenrade inzwischen noch einen Erdbeerstand. Auch in der Umgebung häufen sich die Verkaufsstände. In Ihmert hat sich ein Verkäufer schon lange etabliert. Und mit jedem Jahr wird dessen Verkaufsstand luxuriöser. Überall an verkehrsgünstigen Stätten stehen Erdbeerverkäufer.

Zudem sind da noch die Supermärkte. „Preislich können wir mit den Supermärkten nicht mithalten“, sagt Schulte, verweist aber sogleich auf die „exquisite Qualität“ der Kornschen Erdbeeren. Deshalb gebe es viel Zuspruch: „Die Kunden kommen wegen der Qualität.“ Zudem gebe es diverse Sorten, die unterschiedliche Erntezeiten hätten, sodass während der Saison der Nachschub stets gesichert sei.

Er jedenfalls verkauft gerne Erdbeeren. „Das ist ja in dem Sinne keine Arbeit.“

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