Skate-aid-Workshop

Skaten für das Selbstbewusstsein

Auf der Neuenrader Skaterbahn gibt Skate-aid den Workshop für Jugendliche.
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Auf der Neuenrader Skaterbahn gibt Skate-aid den Workshop für Jugendliche.

Neuenrade – Soviel Zulauf hat die Skaterbahn im hinteren Bereichs des Schulkomplexes Niederheide eher selten. Derzeit tummeln sich dort mehr als zwei Dutzend Kinder und Jugendliche, fahren auf Skateboards umher, üben Figuren, machen Pause und schauen sich das Treiben der anderen Skater an.

Andere arbeiten an ihrem eigenen Skateboard. Einer hat alles im Blick, das ist Philipp. Er ist von „Skate aid“. Er betreut den zweitägigen Kurs mit den Jugendlichen. Er ist nicht allein, zwei weitere „Coaches“ kümmern sich ebenfalls. Ein Werkstattwagen ist dabei und die Helfer, betreuen die Kinder und Jugendlichen beim Bau von Skateboards oder assistieren beim Fahren.

Die Jugendlichen, immerhin 26 an der Zahl, scheinen das Angebot richtig gut zu finden und bringen teilweise schon ein bisschen Vorbildung mit,. Andere sind vollkommen unbeleckt und haben das erste Mal näher mit dem Skateboard-Sport zu tun.

Coach Philipp ist überzeugt von seinem Projekt, das von Westnetz gesponsert wird. Kommunen („Partnerkommunen“ ) im Beritt der Westnetz – dazu zählt auch Neuenrade – können nach Bewerbung in den Genuss dieses Projektes kommen. Schon im vergangenen Jahr sollte das Projekt laufen – doch Corona ließ das nicht zu. Jetzt kann es laufen. Der Stellvertreter des Bürgermeisters im Amt, Gerhard Schmacher hat keine Bedenken. Möglichst viel Abstand und die frische Luft würden Risiken minimieren.

Sport als Schwerpunktthema

Dass der Workshop gut läuft und gut besetzt ist, freut die Neuenrader Fachbereichsleiterin Ira Valsamidou. Ihr passt das Angebot gut in das Konzept der städtischen Kinder- und Jugendarbeit. Dort setze man ohnehin verstärkt auf Bewegung, man sei sehr sportaffin, sagte Valsamidou. Das sagt sie nicht zu Unrecht, denn in Neuenrade läuft zum Beispiel das Projekt „Bälle in die Hände“, das sogar wissenschaftlich begleitet wird. Auch in die öffentliche Ausstattung wurde investiert. Neben der Skateranlage gibt es noch eine großes generationenübergreifendes Spiel- und Sportgerät, Street-Basketball ist auch möglich. Motorik nimmt beim Ferienprogramm zudem einen wichtige Part ein

„Nach zehn Minuten können die meisten schon gut fahren“

Scate-Aid-Trainer Philipp ist überzeugt vom Konzept des Skater-Workshops. Die Kinder würden dabei etwas fürs Leben mitnehmen und vor allem auch Selbstvertrauen tanken. Ängstliche Kinder würden Selbstbewusstsein tanken und selbst jene, die nie auf so einem Gerät gestanden hätten, schafften das flott. „Nach zehn Minuten können die meisten schon gut fahren,“ sagt Trainer Philipp. Dabei proben die Betreuer mit den Jugendlichen keine spektakulären Kunststückchen ein, sondern würden eher assistieren beim Üben, als massiv anzuweisen. Klar kümmere man sich aber, dass die Teilnehmer ein paar Basics erlernten. Dazu gehöre der Kick-Turn, bei der der Skateboardfahrer den Schwerpunkt auf den Tail verlagere und so die Richtung wechsele.

Philipp verwies darauf, dass die Kinder und Jugendlichen ihr eigenes Skateboard zusammen bauen würden und am Ende des Workshops mit nach Hause nehmen dürften. Dabei erlernten die Kinder auch das Schrauben und den Umgang mit Werkzeug – eben „ein bisschen Mechanik fürs Leben“. Ansonsten gebe es beim Workshop nur diese Regel: „Helm auf und Schoner an.“ Offenbar eine wichtige Regel, wie manch Kind anschaulich demonstrierte. Am Ende des Tages hätten die Teilnehmer dann „ordenlich was geschafft“ und sei es, dass sie sich selber ausgetestet hätten, lässt der Coach durchblicken.

Nachhaltigkeit

Ira Valsamidou sieht bei dem Workshop unter dem Strich daher auch den Aspekt der „Nachhaltigkeit erfüllt“. Nich ganz zufrieden ist Scate-Aid-Coach Philipp mit der Neuenrader Skater Bahn. Die sei sehr klein. Aber immerhin sei sie so beschaffen, dass man den Workshop durchführen könne. „Die Bahn ist jetzt nicht der klasse Skatepark. Aber man habe noch einen geteerten Bereich, den man noch einmal fegen und herrichten könne.“

Etwas Neues ausprobieren

Die Jugendlichen selbst, zum Beispiel Lian, Lukas und Finn freuen sich über das Angebot und bestätigen, dass es Spaß macht. Finn hat Vorkenntnisse: „Ein Nachbar hat uns schon ein bisschen was beigebracht.“ Carlotta ist ebenfalls froh: „Statt zuhause herumzusitzen, können wir hier herumfahren und uns sogar selber ein Skateboard zusammenbauen.“ Und Clémence aus Plettenberg besucht den Work-Shop, weil sie „etwas Neues ausprobieren“ möchte.

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